«Gefühl ist gut»: Tedesco mit RBL unter Königsklassen-Druck

06.01.2022 Nach einer nicht ganz idealen Trainingswoche muss Domenico Tedesco gegen Mainz zeigen, dass die Niederlage gegen Bielefeld nur ein Ausrutscher war. Ansonsten müssten sie bei RB Leipzig ernsthaft über neue Saisonziele nachdenken.

Domenico Tedesco steht an der Seitenlinie.. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Neustart für das fast Unmögliche: Nach der miesesten Hinrunde der Clubgeschichte muss RB Leipzigs neuer Trainer Domenico Tedesco eine für den abgestürzten Vizemeister der Fußball-Bundeliga historische Rückrunde abliefern. Nur dann dürfte man das nach wie vor ausgegebene Ziel der Qualifikation zur Champions League ganz sicher erreichen. Der erste von wohl zwölf benötigten Siegen aus 17 Spielen soll am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen den FSV Mainz 05 gelingen - trotz erneut zahlreicher Coronafälle in der Mannschaft.

«Grundsätzlich ist das kein Thema, was uns extreme Kopfschmerzen bereitet. Wir sind betroffen, es sind Spieler infiziert. Das müssen wir so akzeptieren», sagte Tedesco am Donnerstag. Zwei Tage zuvor waren Nordi Mukiele, Benjamin Henrichs und Dani Olmo positiv getestet worden. Immerhin stehen die über den Jahreswechsel coronapositiven André Silva und Christopher Nkunku wieder zur Verfügung. Sie sollen die Durchschlagskraft im Angriff liefern, die Leipzig dringend für die Geldtöpfe der Königsklasse braucht. Zudem kommt Yussuf Poulsen nach seiner Muskelverletzung für einen kurzen Einsatz infrage.

Im Mittelwert der vergangenen fünf Bundesliga-Spielzeiten brauchte man 60 Punkte für die Champions League. Da Leipzig als Zehnter nach der ersten Hälfte nur 22 Zähler aufweist, müssen nun im Idealfall 38 weitere folgen. So gut war der Club seit seiner Zugehörigkeit zur deutschen Eliteklasse allerdings noch nie. Immerhin zieht die Mannschaft bei Tedesco aktuell mit, was bei seinem Vorgänger Jesse Marsch nicht mehr der Fall war. «Das Gefühl ist gut», betonte Tedesco. «Die Jungs stellen einige Fragen, wollen es zu 100 Prozent verstanden haben.»

Zwar hat der 36-Jährige gerade die erste volle Trainingswoche seit seinem Amtsantritt Mitte Dezember. Doch ideal verlief die nicht. «Wir wollten die Woche mit Spielaufbau und dem Spiel im letzten Dritten beginnen. Dann haben wir gemerkt, dass wir keinen Stürmer mehr haben und haben das geändert», sagte Tedesco. Das seien Situation die dazugehören, in einer Pandemie erst recht. Die Fehlzeiten durch Verletzungen und Corona führen zudem dazu, dass im Kader ein Wissensungleichgewicht herrscht, was der Coach erst mühsam im Verlauf der Rückrunde ausbalancieren muss.

Nach dem ernüchternden Jahresausklang mit der Niederlage gegen Bielefeld kommt nun in Mainz erneut ein maximal unangenehmer Gegner. Aber auch eine gute Standortbestimmung. Läuft es gegen den FSV nicht, dürfte es mit der über den Jahreswechsel eingekehrten Ruhe am Cottaweg schnell wieder vorbei sein.

Entsprechend gewarnt und beeindruckt zeigt sich Tedesco von Mainz. Der Erfolg des Teams, das in der Vorsaison noch gegen den Abstieg spielte, überrascht den gebürtigen Italiener jedenfalls nicht. «Sie spielen einen relativ einfachen Fußball, aber sind extrem effektiv», sagte Tedesco. Seit der Rückkehr von Manager Christian Heidel habe das Team an Stabilität gewonnen und gute Transfers getätigt.

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