Dresdner Bischof: Akzeptanz für queere Menschen entwickeln

27.01.2022 Der Dresdner Bischof Heinrich Timmerevers begrüßt die Aktion «OutInChurch» von queeren Menschen in der katholischen Kirche. «Es ist mir ein Anliegen, dass wir in unseren Gemeinden wie in der ganzen Kirche in unserem Umgang mit der Gruppe der queeren Menschen Akzeptanz und Toleranz entwickeln und stärken», sagte er am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. «Bisher ist uns das zu wenig gelungen.»

Der Dresdner Bischof Heinrich Timmerevers leitet eine Messe. Foto: Matthias Rietschel/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Kirche habe homosexuelle Partnerschaften, Transgender und Diversität «häufig falsch beurteilt», aber man suche sich seine Sexualität nicht aus. Auch im Bistum Dresden-Meissen seien diese Menschen oft alleingelassen oder de facto ins Abseits gestellt worden. «Mit Blick auf heutige Erkenntnisse der Sexualwissenschaft müssen wir diese Fragen neu bewerten», sagte Timmerevers und versicherte zugleich: «Menschen müssen wegen ihrer sexuellen Orientierung in unserem Bistum keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen befürchten.»

Die Katholische Kirche sollte mit Blick auf die Sexualmoral humanwissenschaftliche Erkenntnisse und auch pastorale Notwendigkeiten berücksichtigen, sagte Bischof des Bistums Dresden-Meissen. Dazu gehöre auch die Frage nach der Möglichkeit zu Segenshandlungen für gleichgeschlechtliche Paare. «Unsere Kirche sollte Ausgrenzungen überwinden und die Möglichkeit bieten, alle Menschen seelsorglich zu begleiten und zu integrieren.» Er wünsche sich eine Haltung, «die den anderen annimmt, so wie auch Gott jeden Menschen trotz und mit allem annimmt - jeden Menschen.»

Im Zuge der Initiative «#OutInChurch. Für eine Kirche ohne Angst» hatten sich am Montag 125 Beschäftigte der katholischen Kirche als queer geoutet und ein Ende ihrer Diskriminierung gefordert, darunter auch Priester. Sie verlangen unter anderem eine Änderung des kirchlichen Arbeitsrechts, damit künftig die sexuelle Orientierung und die geschlechtliche Identität kein Kündigungsgrund mehr sind, die Streichung diffamierender Aussagen aus der kirchlichen Lehre sowie Zugang zu den Sakramenten und allen Berufsfeldern der Kirche.

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