Beton-Schwibbogen aus dem 3D-Drucker kommt aus Chemnitz

07.12.2021 Schwibbögen aus Beton mögen Liebhaber filigraner Laubsägearbeiten kaum überzeugen. Dennoch haben sie einen Vorteil: Sie sind feuerfest und sehr stabil. Forschern aus Chemnitz ging es bei ihrer Arbeit aber um etwas ganz anderes.

Enrico Rudolph vom Forschungsbereich «Leichtbau im Bauwesen» untersucht die Qualität der Schwibbögen. Foto: Susanne Viertel/TU Chemnitz/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Erzgebirgische Tradition trifft auf High-Tech: Ein Forscherteam der Technischen Universität Chemnitz hat gemeinsam mit dem Steinbeis-Innovationszentrum Fibercrete einen Schwibbogen aus dem 3D-Drucker entstehen lassen. Roboter hatten das dekorative Weihnachtsutensil Schicht für Schicht aus faserbewehrtem Beton hergestellt, wie die TU Chemnitz am Dienstag mitteilte. Der 120 Zentimeter breite und 60 Zentimeter hohe Schwibbogen wiegt 14 Kilogramm und soll nicht in Serie gehen. Die Arbeit an dem Referenzobjekt des TU-Forschungsbereiches «Leichtbau im Bauwesen» diente allein wissenschaftlichen Zwecken.

Nach Angaben der Universität wurde der Schwibbogen in einem additiven Fertigungsverfahren mit Hilfe von zwei Robotern und auf Basis einer speziellen Rezeptur hergestellt. Bevor die Roboter ans Werk gehen konnten, kam eine spezielle Software für verschiedene Designvarianten zum Einsatz, hieß es. «Mit dieser Software erfolgt die Erstellung und das parametrische Aufbereiten der Geometrien, die Zerlegung dieser Geometrien in Einzelschichten und die Bahnplanung für die Roboter. Darauf aufbauend werden die finalen Roboterbefehle abgeleitet», erläuterte Enrico Rudolph, Leiter einer Arbeitsgruppe am Forschungsbereich.

Das Steinbeis-Innovationszentrum FiberCrete Chemnitz entwickelte die Betonrezeptur. «Dabei kommt es auf die richtige Mischung an, die während der Förderung pumpfähig sein, aber nach dem Austrag schnell ansteifen muss, um den Aufbau mehrerer Schichten zu gewährleisten», erklärte Henrik Funke, Forschungs- und Entwicklungsleiter von Fibercrete. Weitere Produktentwicklungen im Bereich 3D-Betondruck seien in Vorbereitung. Mit der Entwicklung automatisierter additiver Technologien zur effizienten Fertigung könne man wichtige Weichen für den Wandel der Baubranche in naher Zukunft stellen, ergänzte Projektleiterin Sandra Gelbrich.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

Internet news & surftipps

Rechtsstreit: Facebook unterliegt am BGH im Streit um Klarnamenpflicht

Nationalmannschaft

Medizinische Komission des DFB: DFB-Teamarzt sieht in absehbarer Zeit kein Kopfballverbot

Tv & kino

Filmproduzentin: Gabriela Sperl wird ausgezeichnet

People news

Leute: Caroline Peters erntet schiefe Blicke beim Kaffeebestellen

Internet news & surftipps

Quartalszahlen: Samsung mit deutlichen Zuwächsen bei Gewinn und Umsatz

Musik news

Corona: Nach Protest von Neil Young: Spotify entfernt seine Musik

Familie

«Gewohnt und gelernt»: Warum Frauen beim Friseur mehr zahlen

Das beste netz deutschlands

Online-Unterricht: Noten durchs Netz: Musizieren auf Distanz

Empfehlungen der Redaktion

Regional nordrhein westfalen

Erstes Wohnhaus aus dem 3D-Drucker in Westfalen eröffnet

Regional baden württemberg

Zeiss und Siemens Energy planen Kooperation bei 3D-Druck

Wohnen

Mehr Tempo - und neue Chancen?: Wie 3D-Druck den Hausbau verändert