Appell und Kritik an Politik von RB Leipzigs Fußball-Boss

23.01.2022 Vorstandschef Oliver Mintzlaff vom deutschen Fußball-Vizemeister RB Leipzig hat vor den Bund-Länder-Beratungen am Montag noch einmal einen klaren Appell an die Politik gerichtet. «Uns ist schon klar, dass wir noch in einer Pandemie sind», sagte er am Sonntagabend beim Sender DAZN mit Blick auf die Corona-Maßnahmen in Deutschland. «Aber ich hoffe, dass sich jetzt alle ausreichend Zeit nehmen und das auch mal vernünftig analysieren.»

Oliver Mintzlaff, Geschäftsführer RB Leipzig, steht vor dem Spiel im Stadion. Foto: Tom Weller/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Vieles sei für ihn nicht mehr nachvollziehbar, betonte Mintzlaff und sprach unter anderem von den unterschiedlichen Vorgaben erlaubter Zuschauerinnen und Zuschauer in den Stadien. Beim 2:0-Sieg der Leipziger in der Fußball-Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg hatten 1000 Fans unter 2G-Plus-Vorgaben in die Red Bull Arena gedurft.

«Ich kann auch nicht mehr nachvollziehen, dass der Fußball immer für alles herhalten muss», befand Mintzlaff: «Das ist für mich ein stückweit Symbolpolitik, die hier veranstaltet wird. Es gibt Opern, die sind voll mit 100 Prozent Auslastung - Indoor.»

Er hoffe auch, «dass der Bundesgesundheitsminister nicht nur in den TV-Shows ist, sondern, dass er sich natürlich auch die Konzepte hier anschaut, die die Bundesliga vorlegt und dann bin ich davon überzeugt, dass wir mit gesundem Menschenverstand hier auch ohne Probleme mit 2G-Plus 50 Prozent oder 40 Prozent füllen können», erklärte Mintzlaff.

Der von ihm erwähnte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hatte sich unterdessen am Sonntag mit Bayern Münchens Vorstandsboss Oliver Kahn vor dem Spiel des Rekordmeisters bei Hertha BSC in Berlin getroffen und ausgetauscht. «Ein Rückspiel» sei auch schon ausgemacht, twitterte Lauterbach.

Mintzlaff verwies unterdessen auf Aussagen von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, mehr öffnen zu wollen. «Das wundert uns und freut uns aber. Wir bekommen zumindest auch Signale aus Sachsen, dass man da ein stückweit mitgehen möchte.» Das erhoffe er sich auch. Denn mit Blick auf die aktuelle Lage bekräftigte Mintzlaff: «Das ist nicht das, wie wir Fußball hier weiter erleben wollen.»

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