Verbandsgemeinde kritisiert Biontech-Begrenzung

21.11.2021 Die vom Bundesgesundheitsministerium geplante Bestellbeschränkung für den Corona-Impfstoff von Biontech zugunsten des Präparats von Moderna wird in der Verbandsgemeinde Nastätten (Rhein-Lahn-Kreis) kritisch gesehen. Bürgermeister Jens Güllering (CDU) hat die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel und den ebenfalls geschäftsführenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) in einem Brief darum gebeten, die Entscheidung zu überdenken.

Eine medizinische Fachkraft hält Impfstoffe der Hersteller Moderna (l) und Biontech. Foto: Stefan Puchner/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Aus Sicht des Rathauschefs könnten anstehende Booster-Impfungen zwar auch mit einem anderen Vakzin vorgenommen werden. Doch könnte der Wechsel des Stoffs zur Verunsicherung der Impfbereiten führen, wie Güllering in dem am Sonntag veröffentlichten Brief schreibt. Es sei daher schwierig, dass nun Haus- und Fachärzte - wenige Tage vor geplanten Impfterminen - die skeptischen Patienten von einem anderen Vakzin überzeugen müssten. Die kurzfristige Lieferbegrenzung führe damit zu einem höheren Beratungsaufwand und damit wiederum zu einer deutlichen Mehrbelastung für Ärzte. Vor allem hänge die Patientenbindung wesentlich vom gegenseitigen Vertrauen ab: «Unglaubwürdigkeit, Demotivation und Resignation der Haus- und Fachärzte sind die Folge», mahnt der Verbandsbürgermeister mit Blick auf die Biontech-Begrenzung.

Auch aus hessischen Kommunen kam Kritik. Die Ersten Beigeordneten der Landkreise Bergstraße, Fulda, Vogelsberg und Marburg-Biedenkopf forderten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bereits am Samstag ebenfalls auf, die Beschränkung zurückzunehmen. Auch sie argumentieren, bei einem Impfstoffwechsel werde eine erneute komplette Aufklärung notwendig, die in jedem Einzelfall Zeit koste.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte in einem Schreiben an die Länder für die nächsten Wochen Begrenzungen bei Bestellmengen für den Impfstoff von Biontech/Pfizer angekündigt, damit das Präparat von Moderna bei den Auffrischungsimpfungen vermehrt zum Einsatz kommt. Andernfalls drohten eingelagerte Moderna-Dosen ab Mitte des ersten Quartals 2022 zu verfallen, was vermieden werden müsse. Praxen sollen demnach vorerst maximal 30 Dosen Biontech pro Woche bestellen können, Impfzentren und mobile Impfteams 1020 Dosen. Für Bestellungen von Moderna soll es keine Höchstgrenzen geben.

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