Saar-Pfalz-Derby: «Kein Krieg», aber Polizeiwarnungen

05.11.2021 Es ist eines der brisantesten Duelle in der 3. Liga: Saarbrücken gegen Kaiserslautern. Die Gastgeber dürfen das Stadion ohne Corona-Regeln voll auslasten. Die Polizei sorgt sich schon, FCS-Coach Koschinat versucht zu beruhigen.

Kaiserslauterns Trainer Marco Antwerpen lacht vor dem Spiel. Foto: Uwe Anspach/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ausverkauftes Haus mit 15 500 Fans, keine Corona-Regeln mehr und Warnungen der Polizei: Das Fußball-Derby der beiden Drittligisten 1. FC Saarbrücken und 1. FC Kaiserslautern birgt schon vor dem Anpfiff am Samstag (14.00 Uhr) jede Menge Brisanz. «Beide Mannschaften verfügen über eine große Zahl sogenannter Problemfans, die vermutlich auch zahlreich in Saarbrücken erscheinen werden», sagte Polizeisprecher Stefan Laßotta dem «Saarländischen Rundfunk».

Die Polizei werde verstärkt Präsenz zeigen, nicht nur am Stadion, sondern auch in der Saarbrücker Innenstadt. Die Sorgen rund um das prestigeträchtige Saar-Pfalz-Duell sind groß. Man befürchte, dass es «bei einem Aufeinandertreffen zu Auseinandersetzungen kommt», hieß es von der Polizei. Im Ludwigspark-Stadion gibt es keine getrennten Anfahrtsstraßen, sodass Zusammentreffen der Heimfans und der rund 2000 erwarteten Gästeanhänger kaum zu verhindern sind.

Auch sportlich sind sich beide Teams der riesigen Bedeutung des Derbys bewusst. «Wir haben eine gute Stimmung im Team. Die Jungs haben richtig Bock auf das Derby», sagte FCK-Cheftrainer Marco Antwerpen am Freitag. «Wir haben in der Vergangenheit bewiesen, dass wir in Derbys immer richtig gute Spiele machen und wollen am Samstag definitiv was mitnehmen», betonte der Coach. Seine Mannschaft müsse einen kühlen Kopf bewahren. Zuletzt war mit einem 0:2 gegen Würzburg eine sechs Spiele lange Ungeschlagen-Serie des FCK beendet worden.

Den kommenden Gegner sieht Antwerpen als eine Mannschaft «mit vielen guten Einzelspielern mit hoher Qualität»: «Saarbrücken hatte einen sehr guten Saisonstart. Sie haben mit Adriano Grimaldi einen Spieler, der jetzt richtig ins Rollen gekommen ist. Wir wissen aber auch, dass sie letzte Woche ein Derby in Mannheim verloren haben. Dementsprechend dürfte der Druck ein bisschen größer sein, das wollen wir nach Möglichkeit ausnutzen.»

Personell hat Antwerpen beim Saar-Pfalz-Derby wieder mehr Optionen. Daniel Hanslik dürfte nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre wieder in der Anfangself stehen. Auch Kevin Kraus, der vergangenes Wochenende wegen Knieproblemen ausgewechselt werden musste, steht wieder zur Verfügung. Felix Götze, der künftig mit einem Helm spielen wird, trainiert nach auskurierter Gehirnerschütterung seit Donnerstag wieder mit und wird Antwerpen zufolge ebenfalls im Kader stehen.

Bei den Gastgebern versuchte Uwe Koschinat die riesige Bedeutung ein wenig zu relativieren und an die Fans zu appellieren. «Es ist ein Fußball-Spiel mit viel Rivalität. Aber kein Krieg. Das sollten sich alle Fans bewusst machen», sagte der Chefcoach am Freitag. Ihm sei aber bewusst, dass man viel mehr erreichen könne als drei Punkte. «Für jeden im Stadion wäre ein Sieg ein Riesengefühl. Das letzte Derby wurde im September 1992 gewonnen», verdeutlichte Koschinat.

© dpa-infocom GmbH

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