Reges Interesse an Corona-Impfungen für Kinder unter zwölf

10.12.2021 Bei den Corona-Schutzimpfungen sollen als nächstes Jungen und Mädchen zwischen fünf und elf Jahren an die Reihe kommen. Die jüngste Ankündigung der Stiko könnte dem Impfen der Kleinen weiteren Anschub geben.

Eine Spritze liegt auf einem Impfpass. Foto: Friso Gentsch/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Rund eine Woche vor dem geplanten Start der Corona-Impfungen für Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren ist das Interesse von Eltern in Rheinland-Pfalz groß. Das Impfportal des Landes verzeichnete bereits in der ersten Woche nach dem Beginn der Terminregistrierungen 20.000 Anmeldungen, und auch in vielen Kinderarztpraxen klingeln die Telefone noch öfter als ohnehin schon. Die Nachfrage werde nun nach der Ankündigung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zu diesem Thema vermutlich weiter zunehmen, sagte der Kinderarzt Christian Neumann aus Zweibrücken am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Die Stiko hatte am Donnerstag angekündigt, die Corona-Impfung Kindern von fünf bis elf Jahren mit Vorerkrankungen und Kontakt zu Risikopatienten zu empfehlen. Aber auch gesunde Kinder sollen auf Wunsch und nach ärztlicher Aufklärung geimpft werden können. Es handelt sich noch nicht um eine finale Stiko-Empfehlung, es läuft nun noch ein Abstimmungsverfahren mit Fachgesellschaften und Ländern.

Kinderarzt Neumann berichtete, es seien bisher vor allem die Eltern von Kindern mit Vorerkrankungen in dieser Altersgruppe gewesen, die sich - spätestens seit der Impfempfehlung für Jungen und Mädchen ab zwölf - sehr stark für dieses Thema interessiert hätten. «Allerdings werden uns Kinderimpfungen nicht aus der Pandemie helfen», betonte Neumann, der auch Sprecher des rheinland-pfälzischen Landesverbandes der Kinder- und Jugendärzte ist. «Das Einzige, was helfen wird, ist eine generelle Impfpflicht für Erwachsene.»

Er rät Eltern von vorerkrankten Kindern, sich so schnell wie möglich um einen Termin zu kümmern, egal ob in einem der neun Impfzentren des Landes oder in einer Kinderarztpraxis. Hier gehe es vor allem ums Tempo, erläuterte der Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde. Je jünger ein Kind sei, desto besser sei es bei einer Kinderärztin oder einem Kinderarzt aufgehoben, da diese mit kleinen Patienten am besten umzugehen wüssten.

Neumann warf der Landesregierung vor, die Kinderärzte mit Blick auf die Impfungen für Fünf- bis Elfjährige nur unzureichend informiert und auch nicht frühzeitig an Bord geholt zu haben. Der Kinderarzt wird den Impfstoff für seine Praxis voraussichtlich nächsten Mittwoch (15. Dezember) erhalten. «Wir werden die Impfungen außerhalb der regulären Praxiszeiten machen müssen», erklärte er. «Das wird schwer für einen Einzelkämpfer wie mich.»

Kinderarzt Lothar Maurer und sein Praxisteam in Frankenthal stellen ein reges Interesse von Eltern fest, die ihre Kinder zwischen fünf und elf impfen lassen wollen. All dies komme noch zu dem normalen Impfbetrieb hinzu, sagte Maurer, der eine Praxis in Frankenthal betreibt. Bei ihm liefen die «Telefone heiß», und ohne den großen Einsatz seiner Mitarbeiterinnen wäre das alles nicht zu bewältigen, berichtete Maurer, der auch Landesverbandsvorsitzender ist.

Eltern mit Impfterminwünschen habe er erst einmal auf den nächsten Dienstag oder Mittwoch vertrösten müssen, da erst dann feststehe, welche Impfstoffmengen die Praxis tatsächlich erhalten habe. «Es ist jedes Mal eine Überraschung, ob wir auch das bekommen, was wir bestellt haben», sagte Maurer. Grundsätzlich werden die Kinder nach seinen Angaben bei einer Impfung in einem der Impfzentren genauso gut aufgehoben sein wie in der Praxis eines Kinderarztes oder einer Kinderärztin. Lediglich bei einem hohen Beratungsbedarf sei der Weg in die Praxis sinnvoller, erklärte er.

Seit 1. Dezember können Eltern in Rheinland-Pfalz ihre Kinder von fünf bis elf Jahren online oder telefonisch für eine Impfung in einem der neun Impfzentren anmelden. Als Auftakt peilt die Landesregierung den nächsten Donnerstag (16. Dezember) an.

© dpa-infocom GmbH

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