Förster sorgen sich um Buchenwälder in Rheinland-Pfalz

20.12.2021 Die neue Ministerin Katrin Eder sieht in den Daten des Waldzustandsbericht einen «Hilferuf für mehr Klimaschutz». Der Bericht empfiehlt, «den Einschlag in gefährdeten Wäldern zunächst auszusetzen».

Buchen und Eichen wachsen in einem Wald. Foto: Marcus Brandt/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Wälder in Rheinland-Pfalz haben sich trotz eines weniger heißen und nicht so trockenen Sommers kaum erholt. «Obwohl wir dieses Jahr ein sehr waldfreundliches Wetter haben, ist eine Schädigung von 82 Prozent eine sehr schlechte Nachricht», sagte der Waldbaureferent bei Landesforsten, Georg Wilhelm, bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts 2021 am Montag in Mainz. «Es ist unverkennbar, dass die drei Trockenjahre dem Wald einen Knacks gegeben haben.»

Der Anteil geschädigter Bäume in einer landesweiten Stichprobe von 3700 Bäumen sank von 84 auf 82 Prozent. Vor den Jahren von 2018 bis 2020 waren es erst 73 Prozent. Nur noch acht Prozent der Buchen und sieben Prozent der Eichen in Rheinland-Pfalz werden als gesund eingestuft. «Diese Daten sind ein Hilferuf der Wälder für mehr Klimaschutz», sagte die neue Klimaschutzministerin Katrin Eder (Grüne).

«Eine der Hauptursachen ist die Erderwärmung», sagte Eder. «Aber auch Luftschadstoffe wie Stickoxide setzen den Wäldern zu.» Nach wie vor trage auch der Borkenkäfer zu den hohen Zahlen geschädigter Bäume bei. «Wer den Wald schützen will, muss das Klima schützen», sagte Eder. Ziel der Waldbewirtschaftung seien naturnahe, laubbaumreiche Mischwälder mit klimaresilienten Baumarten.

Hans-Werner Schröck von der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) bezifferte das Ausmaß der abgestorbenen Fichtenwälder mit 35 Hektar. Mit einer Fläche von rund 840.000 Hektar gehört Rheinland-Pfalz zusammen mit Hessen zu den waldreichsten Bundesländern. «Die Buche bereitet mir aber mehr Sorge als die abgestorbenen Fichtenwälder», sagte Schröck. Da eine Freistellung von Buchen im Zuge des angestrebten Generationswechsels im Wald den Bäumen zusätzlichen Stress verursache, «lässt man alte Bäume viel länger stehen als früher».

Die Schwächung der Buche sei sehr beunruhigend, heißt es in dem Bericht. Daher sollte generell «erwogen werden, nach ausgesprochenen Stressjahren den Einschlag in gefährdeten Wäldern zunächst auszusetzen». Im Staatswald wurde bereits im vergangenen Jahr ein Einschlagsmoratorium beschlossen.

Bei der Eiche waren 1984 noch 58,4 Prozent aller Bäume und 2016 25,6 Prozent ohne Schadmerkmale - inzwischen sind es 6,5 Prozent. Als Schadursache nennt der Bericht vor allem blattfressende Insekten wie den Eichen-Prozessionsspinner und Befall mit dem Pilz Eichenmehltau. Von den untersuchten Fichten zeigten immerhin 20,7 Prozent keine Schadmerkmale, bei der Kiefer waren es 29,9 Prozent.

Die jährlichen Waldzustandsberichte seien wie eine «Fieberkurve des Waldes», sagte FAWF-Experte Friedrich Engels. Ergänzt wird der bundesweit vergleichbare Bericht durch Messungen der Luftschadstoffe und Untersuchungen des Bodens. «Die dramatischen Veränderungen, die vollziehen sich unten im Boden», sagte Wilhelm.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

1. bundesliga

Bundesliga: «Vamos a la playa»: Hertha BSC feiert, doch Bobic muss ran

People news

Reality-Star: Kourtney Kardashian Barker - Namensänderung auf Instagram

Internet news & surftipps

Foto-App: Snap sieht Quartalsziele in Gefahr - Aktie stürzt ab

Tv & kino

Action-Film: «Mission: Impossible 7»-Trailer mit waghalsigen Stunts

Gesundheit

CovPass-App: Was tun, wenn der digitale Impfnachweis abläuft?

Tv & kino

Glamour & Protest : Das Filmfestival Cannes in Kriegszeiten

Internet news & surftipps

Cambridge Analytica: US-Staatsanwalt klagt gegen Facebook-Gründer Zuckerberg

Internet news & surftipps

Netzkriminalität: Faeser: Anpassung der Jagd nach Sexualstraftätern

Empfehlungen der Redaktion

Regional sachsen anhalt

Forstminister: Lage in Sachsen-Anhalts Wäldern bleibt ernst

Regional mecklenburg vorpommern

Dem Wald in MV geht es wieder besser: Waldumbau geht weiter

Regional rheinland pfalz & saarland

Umweltministerin Eder stellt Waldzustandsbericht vor

Regional baden württemberg

Dem Wald geht es besser: Aber das Schlimmste kommt noch

Regional rheinland pfalz & saarland

Bis zu 100.000 nachhaltige Weihnachtsbäume geplant

Regional bayern

Bestand: Hirschkäfer gesucht

Regional sachsen

Lage «hochproblematisch»: Keine Erholung für Sachsens Wälder

Regional rheinland pfalz & saarland

Arbeit an neuem Konzept für Hochwasservorsorge im Ahrtal