Mordprozess ohne Leiche vor Abschluss: Plädoyers erwartet

25.11.2021 Eine Leiche wurde nie gefunden, Spuren nach Frankreich brachten keinen Durchbruch: Nach monatelanger Gerichtsverhandlung stehen nun die Schlussvorträge von Verteidigung und Anklage in einem besonderen Prozess in Saarbrücken an.

Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Prozess um einen knapp 30 Jahre zurückliegenden Todesfall in Saarbrücken neigt sich dem Ende entgegen. Nach 21 Verhandlungstagen werden an diesem Freitag (26.11./9.00 Uhr) vor dem Landgericht die Plädoyers erwartet. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin hatte die Kammer beim vergangenen Verhandlungstermin bekanntgegeben, dass beabsichtigt sei, die Beweisaufnahme zu schließen. Eine Leiche ist in dem Fall bis heute nicht gefunden worden.

Die beiden deutschen Angeklagten im Alter von 56 Jahren müssen sich wegen gemeinschaftlichen Mordes verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, im September 1991 mit einem Mittäter einen 27-Jährigen aus Völklingen heimtückisch getötet zu haben. Sie sollen ihn wegen eines angeblichen Drogengeschäftes in einen Wald bei Wadgassen gelockt, dort erschlagen und in einer vorbereiteten Grube vergraben haben. Der dritte der mutmaßlichen Täter, die Anfang August 2020 zunächst in Untersuchungshaft gekommen waren, hatte sich Anfang Januar in seiner Zelle das Leben genommen.

Für den Prozess, der am 1. Februar begonnen hatte, waren ursprünglich sieben Verhandlungstage vorgesehen. Die Haftbefehle gegen die beiden Angeklagten waren am 30. September außer Vollzug gesetzt worden, da laut Gerichtssprecherin zu diesem Zeitpunkt nicht gewährleistet werden konnte, ob der Beschleunigungsgrundsatz eingehalten werden kann.

Die Kammer hatte auf Erkenntnisse aus Frankreich gewartet, nachdem von den Verteidigern Beweisanträge zu einem Schädelfund gestellt worden waren. Nach Angaben der Gerichtssprecherin war jener Fund von den französischen Behörden etwa zehn Jahre nach dem Verschwinden des Opfers als mögliche Spur mitgeteilt worden. «Wobei nach Mitteilung der französischen Behörden nicht von einer so langen Liegezeit des Schädels auszugehen war», so Christiane Schmitt.

Ob von Seiten der Verteidigung am Freitag noch Anträge gestellt werden, sei nicht bekannt. Als weiterer denkbarer Hauptverhandlungstermin ist der 10. Dezember vorgesehen.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

Sport news

Turnier in Melbourne: Zverev scheidet im Achtelfinale der Australian Open aus

Musik news

Night Call: Years & Years werden offiziell zur Ein-Mann-Band

People news

Monaco: Caroline von Monaco feiert 65. Geburtstag

People news

Pandemie: Polizeipatrouillen statt Promi-Parties in Kitzbühel

Internet news & surftipps

Telekommunikation: Mobilfunk-Masten erst bauen, dann genehmigen?

Internet news & surftipps

Studie: Internet verkraftet Wachstum des Datenverkehrs in Pandemie

Auto news

Tipp: Unterwegs mit Hund und Fahrrad: Vierbeiner im Anhänger

Wohnen

Heizperiode: Gasspeicher leerer als sonst: Ist die Versorgung gefährdet?

Empfehlungen der Redaktion

Regional rheinland pfalz & saarland

Mordprozess ohne Leiche: Angeklagter deutet Aussage an

Regional bayern

Mann ertrinkt in Kanal: Prozess gegen Freunde verzögert sich

Regional rheinland pfalz & saarland

Lebenslange Haft für Angeklagte im Mordprozess ohne Leiche

Regional hamburg & schleswig holstein

Anträge: Verteidiger von ehemaliger KZ-Sekretärin scheitern

Regional bayern

Mann ertrinkt in Kanal: Prozesstag ohne Plädoyers beendet

Regional mecklenburg vorpommern

Prozess gegen Mutter der getöteten Leonie: Eheres Urteil

Regional baden württemberg

Tödlicher Überfall mit Beil: Urteil in Mordprozess erwartet

Regional rheinland pfalz & saarland

Tierarzthelferin soll Pferde getötet haben: Prozessauftakt