Mehr Personal für Kitas im Saarland

19.01.2022 Die Kindertagesstätten im Saarland werden künftig personell besser ausgestattet. Dies sieht ein Gesetz vor, das der Landtag gegen die Stimmen der beiden linken Fraktionen am Mittwoch in Saarbrücken verabschiedete. Insgesamt sollen pro Jahr 4,26 Millionen Euro zusätzlich ausgegeben werden. Davon entfallen auf das Land 3,6 Millionen Euro, der Rest auf die Landkreise.

Eine Praktikantin liest in einer Kita Kindern vor. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) sagte, das Gesetz leiste nicht nur einen Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sondern auch zur Bildungsgerechtigkeit: «Dies ist ein wegweisender Schritt für die Zukunftsfähigkeit frühkindlicher Bildung im Saarland.»

Im Saarland sind derzeit gut 36.000 Kinder in Kitas untergebracht, davon sind 6600 weniger als drei Jahre alt. Rund 21 000 Kinder werden pro Tag mehr als sieben Stunden lang betreut.

Das neue Gesetz sieht vor, dass künftig die Fachkräfte in den Kitas für die Praxisanleitung, also für die Ausbildung des Nachwuchses in der Praxis, freigestellt werden. Mit knapp 2,5 Millionen Euro entfällt der größte Anteil der gesamten Mehrkosten auf diesen Bereich. Außerdem sollen Hauswirtschaftskräfte und Kräfte in der Ausbildung nicht mehr auf den normalen Stellenschlüssel angerichtet werden. Zudem werden 25 Prozent der Arbeitszeit als Verfügungszeit für indirekte pädagogische Arbeit eingeplant. In Kindertagesstätten sollen künftig mindestens zwei Fachkräfte pro Gruppe beschäftigt werden. Bisher lag der Wert bei 1,5.

Die linke Opposition kritisierte das Gesetz als ungenügend. «Der jetzt vorgesehene Personalschlüssel gilt als realitäts- und praxisfern», sagte Barbara Spaniol (Saar-Linke). Er sei nur an den wirtschaftlichen Möglichkeiten orientiert. Astrid Schramm (Die Linke) bemängelte, dass 81 Prozent der Kinder im Saarland nicht ausreichend betreut würden. «Die Gruppen sind zu groß. Es wird weiteren erheblichen Verbesserungsbedarf geben.» Sandra Johann (CDU) mahnte, den Fachkräftemangel anzugehen. Deutschlandweit fehlten derzeit etwa 100.000 Erzieher. Bei der Suche nach notwendigen zusätzlichen Fachkräften soll unter anderem die automatische Anerkennung französischer Abschlüsse helfen.

Streichert-Clivot wies die Kritik zurück. Die Gesetzesänderungen bedeuteten in der Praxis, dass durchschnittlich pro Kita zwei bis drei zusätzliche Fachkräfte eingestellt werden könnten. «Wir haben jetzt einen wichtigen Schritt gemacht, bedarfsgerecht und praxistauglich.»

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