Lafontaine beendet politische Karriere: Keine Kandidatur

18.11.2021 Der Fraktionschef der Linke im saarländischen Landtag, Oskar Lafontaine (78), steht vor dem Ende seiner politischen Karriere. Er werde bei der Landtagswahl im Saarland am 27. März 2022 auch nicht mit einer eigenen «Liste Lafontaine» ins Rennen gehen: «Ich trete nicht mehr an», sagte er der «Welt» (Freitag). Auf die Frage der «Welt», ob das nun das Ende seiner politischen Karriere sei, sagte er «Ja». Das bestätigte am Abend der Fraktionssprecher der Linke in Saarbrücken.

Oskar Lafontaine (Die Linke) bei einer Veranstaltung. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bereits nach der Bundestagswahl Ende September hatte Lafontaine erklärt, dass er bei der Saarlandwahl nicht mehr für die Linken kandidieren werde.

Lafontaine ist seit 2009 Fraktionsvorsitzender der Linken im Saar-Landtag. Im Laufe seines Lebens war er Oberbürgermeister in Saarbrücken, Ministerpräsident des Saarlandes, Vorsitzender der SPD, Bundesfinanzminister und Mitgründer der Linke. In 2009, 2012 und 2017 gingen die Linken stets mit Lafontaine als Spitzenkandidaten in die Landtagswahl - und holten jeweils zweistellige Stimmergebnisse.

Als Grund dafür, dass er bei der Landtagswahl jetzt nicht mehr für die Linken antrete, gab Lafontaine den Wiedereinzug von Landeschef Thomas Lutze aus dem Saarland in den Bundestag an. Lafontaine wirft Lutze betrügerische Machenschaften bei der Akquise von Mitgliedern vor. Lutze, seit 2009 im Bundestag, bestreitet die Vorwürfe.

Gegenüber der «Welt» kritisierte Lafontaine die Parteiführung der Linken in Berlin. «Parteivorsitzende müssen die Flügel zusammenführen und eine Programmatik entwickeln, die alle akzeptieren. Stattdessen verstehen sich die Vorsitzenden als Mitglieder von Strömungen und befeuern seit Jahren den innerparteilichen Konflikt», sagte er.

Die Niederlage bei der Bundestagswahl sei für ihn keine Überraschung gewesen. «Einige der für den Wahlkampf Verantwortlichen - allen voran der Bundesgeschäftsführer - wissen nicht, wie man Wahlen gewinnt», sagte er demnach. Zudem kritisierte er die Bundesspitze für ihr Agieren in der Impfdebatte und den Umgang mit den Parteiausschlussverfahren gegen ihn und seine Ehefrau Sahra Wagenknecht.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

Sport news

Australian Open: «Atemberaubend»: Achtelfinalist Zverev als Weltall-Fan

Musik news

Mit 74 Jahren: US-Rockmusiker Meat Loaf gestorben

Reise

Neue RKI-Liste: Fast 160 aller rund 200 Länder weltweit Hochrisikogebiet

Internet news & surftipps

Streaming-Anbieter: Netflix schockiert Anleger mit düsteren Geschäftsprognosen

Das beste netz deutschlands

Manipulation möglich: FBI warnt vor sorglosem Umgang mit QR-Codes

Auto news

E-Autos: Gratis Strom laden am Supermarkt

Internet news & surftipps

Computer: Intel steckt 20 Milliarden Dollar in zwei US-Chipfabriken

People news

Royals: Prinz William tröstet einen trauernden Jungen

Empfehlungen der Redaktion

Inland

Parteien: Lafontaine beendet politische Karriere

Regional rheinland pfalz & saarland

Linken-Vorsitzender: Spaniol als Spitzenkandidatin

Regional rheinland pfalz & saarland

Barbara Spaniol führt Saar-Linke in Landtagswahlkampf

Regional rheinland pfalz & saarland

Lafontaine will zu Landtagswahl 2022 nicht mehr antreten

Regional thüringen

Linke-Chefin zu Lafontaine: «Ich mache anders Politik»

Regional rheinland pfalz & saarland

Keine Ermittlungen gegen Linken-Landeschef mehr

Regional rheinland pfalz & saarland

Linksfraktion im Saarland schließt Barbara Spaniol aus

Regional rheinland pfalz & saarland

«Politisches Erdbeben»: Spannende Landtagswahl in Sicht