Svensson übt Selbstkritik: Dudziak treibt Fürth an

22.01.2022 Der gesperrte Bo Svensson muss von einer Loge aus die fünfte Auswärtspleite seiner Mainzer am Stück mitverfolgen. Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth setzt seinen Aufwärtstrend dank eines Sommerneuzugangs fort.

Moussa Niakhate im Gespräch mit Der Mainzer Co-Trainer Babak Keyhanfar. Foto: Torsten Silz/dpa/Bildarchiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Über seine Verbannung in die Loge ärgerte sich Bo Svensson so richtig. Der dänische Trainer des FSV Mainz 05 übte nach der fünften Auswärtsniederlage seiner Mannschaft in der Fußball-Bundesliga nacheinander zunächst Selbstkritik. «Ich habe meine Mannschaft auch ein Stück weit im Stich gelassen», räumte Svensson nach dem 1:2 (0:1) am Samstag beim Tabellenletzten SpVgg Greuther Fürth ein. «Es ist nicht optimal, wenn ich da oben sitze.»

Svensson musste nach seiner vierten Gelben Karte in einer Loge Platz nehmen. An der Seitenlinie vertrat ihn sein Assistent Babak Keyhanfar. Svensson kritisierte aber auch seine Mannschaft. «Das war weit, weit weg von der richtigen Einstellung, das müssen wir hinterfragen», sagte der 42-Jährige, der unter anderem die Halbzeitansprache hielt und auch die Auswechslungen vorgab.

Angetrieben von Jeremy Dudziak holten die Fürther dagegen ihren zweiten Saisonsieg. Sie blieben sogar zum vierten Mal nacheinander ohne Niederlage - das gab es bei den Franken in der Fußball-Bundesliga noch nie. «Wir haben uns belohnt. Es fühlt sich sehr gut an», sagte Trainer Stefan Leitl.

Dudziak brachte die Fürther in der zwölften Minute in Führung. Nach der Pause erzwang der Offensivspieler auch ein Eigentor durch Stefan Bell (66.). Dudziak setzte so den Aufwärtstrend der Fürther fort. Kurz vor dem Ende verkürzte der Mainzer Karim Onisiwo (90.+3) völlig freistehend noch per Kopf.

Die Fürther haben den Rückstand auf Relegationsplatz 16 auf neun Punkte verkürzt. Geht da noch was im Abstiegskampf? «Definitiv, da ist noch nix verloren», versicherte Dudziak nach neun Punkten aus den vergangenen sechs Partien. Über sein Tor und seine Vorlage meinte er: «Das war ein super Gefühl, das war ein erlösendes Gefühl.»

Die Mainzer waren in der Anfangsphase unsortiert. Das nutzten die druckvollen Fürther aus. FSV-Kapitän Moussa Niakhaté brachte Anton Stach mit einem ungenauen Pass in Bedrängnis, Paul Seguin schaltete schnell und leitete den Ball in den Lauf von Dudziak weiter. Der frühere Hamburger erzielte die verdiente Führung, Svensson ärgerte sich in seiner Loge maßlos.

Die aggressiven Franken setzten nach. Der für Luca Itter in die Startelf beorderte Jetro Willems prüfte den Mainzer Torwart Robin Zentner mit einem Freistoß (16.). Die nach dem 1:3 im DFB-Pokal beim VfL Bochum auf drei Positionen veränderten Gäste sorgten dann bei einem Schuss von Onisiwo (20.) erstmals für etwas Gefahr.

Keyhanfar tigerte ungeduldig an der Seitenlinie herum, seine Mainzer kamen nun immer besser ins Spiel. Jonathan Burkardt (35.) hatte nach einem Schnellangriff die Chance zum Ausgleich, Torwart Sascha Burchert lenkte den Rechtsschuss jedoch mit den Fingerspitzen gerade noch so zur Ecke ab. Bei einer Rettungsaktion von Willems (41.) im eigenen Strafraum hatten die Fürther Glück, als der Ball des Linksverteidigers nur an die Latte krachte.

Durchaus unterhaltsam waren auch die zweiten 45 Minuten. Der FSV kam energisch aus der Kabine - das verpuffte aber schnell. Stattdessen setzte der bärenstarke Dudziak (52.) seinen Teamkollegen Jamie Leweling mit einem sehenswerten Zuspiel per Hacke in Szene. Der 20-Jährige scheiterte aber am reaktionsschnellen Zentner.

Dudziak erzwang dann den zweiten Fürther Treffer. Nach einem feinen Steilpass von Seguin legte der 26-Jährige von der Torauslinie zurück, Bell konnte aus der Bewegung heraus das Eigentor nicht verhindern. Die Mainzer waren nun im permanenten Vorwärtsgang, mehr als Onisiwos Treffer gelang ihnen aber nicht.

© dpa-infocom GmbH

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