Eder: Nebeneinander von Wolf und Nutztieren ermöglichen

28.01.2022 Ein neues Koordinationszentrum hilft in Rheinland-Pfalz künftig in Fragen zum Wolf und Luchs im Bundesland. Es geht auch um Schutzmaßnahmen - etwa durch Zäune oder Bewegungssender.

Katrin Eder (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität. Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ein Wolfspaar aus dem Westerwald soll mit einem Bewegungssender versehen werden, um Schutzmaßnahmen gezielter einzusetzen. «So soll festgestellt werden, wo sich die Tiere genau aufhalten und wie sie sich verhalten», teilte das rheinland-pfälzische Umweltministerium am Freitag mit. Wann die Halsbandsender angebracht werden, steht noch nicht fest.

«Ich sehe die Besenderung als ein geeigneteres Mittel für die Befriedung des Konflikts zwischen Wolf und Nutztierhalter», sagte Ministerin Katrin Eder beim Besuch des neuen Koordinationszentrums Luchs und Wolf (KLUWO) im pfälzischen Trippstadt. «Eine Besenderung ist keineswegs die Vorstufe zur Entnahme.» Mit Entnahme ist oft das Fangen oder Töten des Tiers nach dem Bundesnaturschutzgesetz gemeint.

«Der Sender nützt sowohl dem Wolf, als auch den Nutztieren und damit den Menschen», betonte Eder. Wenn bekannt sei, wo ein Wolf umherstreife und sein nächstes Opfer ausspähe, könne man gezielt dagegen vorgehen. «Dazu gibt es eine ganze Reihe an Möglichkeiten: etwa, dass man sich praktisch über Nacht einen entsprechenden Zaun ausleihen kann», meinte die Grünen-Politikerin.

KLUWO-Leiter Julian Sandrini sagte: «Durch den Schutz von Nutztieren, etwa mit wolfsabweisenden Zäunen, lernt der Wolf, dass diese keine leichte Beute darstellen.» Risse können so minimiert werden. «Der Wolf muss lernen: Wenn hier ein wolfsabweisender Zaun ist, habe ich hier keine Chance.» Die Wölfe können zum Besendern zum Beispiel per Gewehrschuss betäubt werden oder mit sogenannten Softcatch-Fallen festgesetzt werden.

In Rheinland-Pfalz wurde besonders oft im vergangenem Jahr ein Wolfsrüde im Westerwald nachgewiesen. Der Grauwolf mit der Kennung GW1896m ist den Angaben zufolge für mehr als 30 Nutztierrisse verantwortlich. An einigen war auch eine Wölfin mit der Kennung GW1415f beteiligt. Dies ergaben DNA-Untersuchungen an den Bisswunden.

Eder betonte: «Mir ist es wichtig, den Wolf als bedrohte Art zu schützen und gleichzeitig Nutztierrisse durch den Wolf so weit es geht zu verhindern.» Ihr Ziel sei, durch Schutzmaßnahmen ein Nebeneinander von Wolf und Nutztieren zu ermöglichen und Beweider entsprechend zu unterstützen. Das Koordinationszentrum helfe dabei - sowohl bei der Beratung für Zäune, als auch bei der Beantragung von Fördergeldern.

Im Nationalpark Hunsrück-Hochwald hatte es im Mai 2021 einen ersten genetischen Wolfsnachweis gegeben. Weil man vermutet, dass Wölfe und Luchse weiterhin durch den Park ziehen, hat man dort in einem Projekt Dutzende Fotofallen aufgestellt. Die Wildkameras würden eingesetzt, um Hinweise auf die mögliche Anwesenheit sogenannter Großkarnivoren zu bekommen, teilte das Nationalparkamt in Birkenfeld mit.

In Luxemburg ist der Wolf vier Mal nachgewiesen worden. Zuletzt war das im Norden des Landes anhand von Fotos «eindeutig» gelungen, wie Verwaltung und Umweltministerium mitteilten. Der erste Wolf war 2017 im Raum Holzem-Garnich aufgetaucht, 2018 gab es einen Nachweis bei Fouhren, 2020 einen im Raum Niederanven. In dem an den Kanton Clerf grenzenden Bereich in Belgien war auch ein Wolf gesichtet worden. Der Kanton grenzt im Osten an die rheinland-pfälzische Eifel.

Auch der Luchs - die größte Raubkatze Europas - stromert wieder durch Rheinland-Pfalz. Möglich macht dies ein Projekt zur Wiederansiedlung.

© dpa-infocom GmbH

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