Automaten-Sprenger zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt

24.11.2021 Zwei Geldautomatensprenger müssen ins Gefängnis. Ohne ihre Geständnisse wären die Haftstrafen vermutlich noch höher ausgefallen. Der Vorsitzende Richter betont am Tag des Urteils in Mainz, sie hätten bei ihren Beutezügen auch das Leben anderer gefährdet.

Die Justitia ist an einer Scheibe am Eingang zum Oberlandesgericht zu sehen. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach Geständnissen ging es am Ende schneller als geplant: Für die Sprengung mehrerer Geldautomaten sind zwei Männer vom Landgericht Mainz zu Haftstrafen von acht sowie achteinhalb Jahren verurteilt worden. Das Gericht befand die beiden am Mittwoch des Herbeiführens von Sprengstoffexplosionen sowie des schweren Diebstahls in acht Fällen für schuldig. Das 27 und 31 Jahre alte Duo hatte die Taten am zehnten Verhandlungstag gestanden, dadurch konnte der ursprünglich auf 19 Tage angelegte Prozess verkürzt werden.

Die beiden Männer sollen im Jahr 2020 in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und in Niedersachsen zugeschlagen haben. Sie sollen nachts Banken angefahren, dort die Automaten mit Brecheisen aufgehebelt und darin Sprengsätze deponiert haben. Per Fernzündung sollen sie dann Explosionen ausgelöst haben.

Ursprünglich waren elf Fälle angeklagt und es war von einem Sachschaden von 1,8 Millionen Euro sowie von einer Beute von einer Million Euro ausgegangen worden. Am Ende gingen die Richter dann in ihrem Urteil nur noch von rund 691 000 Euro Beute aus. Tatorte in Rheinland-Pfalz waren etwa Kirchheimbolanden und Limburgerhof. In Worms war ein Beutezug fehlgeschlagen. Nachdem auch in Arnsberg-Neheim im Sauerland (NRW) ein Überfall misslungen war, wurden die beiden in ihrem Auto auf einer Autobahn gefasst.

Der Vorsitzende Richter betonte am Mittwoch, die Angeklagten hätten nicht nur erheblichen Schaden angerichtet, sondern in manchen Fällen auch Leib und Leben anderer gefährdet. Teils hätten in Gebäuden mit Bankfilialen auch Menschen gewohnt. Es sei reines Glück gewesen, dass niemand zu Schaden gekommen sei.

© dpa-infocom GmbH

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