Elf Verletzte nach Gewaltausbruch im Berliner Columbiabad

Schon wieder ist es in Berlin zu einem Gewaltausbruch in einem Freibad gekommen: Als im Columbiabad eine Gruppe der Anlage verwiesen wird, kehrt ein Teil zurück. Bewaffnet mit Reizgas und Schlagwerkzeugen.
Warteschlange vor dem Sommerbad Neukölln in Berlin, in dem es gestern zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung gekommen war. © Paul Zinken/dpa

Die teils hitzige Stimmung in Berliner Freibädern hat erneut zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung geführt. Elf Menschen wurden verletzt, Sicherheitskräfte sind vor Angreifern geflüchtet, wie die Polizei am Mittwoch über Ausschreitungen vom Vorabend im Columbiabad Neukölln berichtete.

Angegriffene Security-Mitarbeiter verschanzten sich bis zum Eintreffen der Polizei sogar im Aufsichtsturm des Bades. Die Berliner Bäder-Betriebe zeigten sich am Mittwoch betroffen - und kündigten Konsequenzen an. Der Einsatz von Wachleuten in den Freibädern solle ausgeweitet werden.

Reizgas und Schlagwerkzeuge

Wie die Polizei weiter mitteilte, wurden noch am Dienstagabend nach dem Konflikt drei Männer im Alter von 19, 23 und 24 Jahren vorläufig festgenommen. Zu der Eskalation soll es nach bisherigem Kenntnisstand gekommen sein, nachdem die drei Männer mit einer Gruppe von insgesamt bis zu zwölf Menschen wegen einer Schlägerei des Bades verwiesen worden seien. Die Betroffenen seien dann in einer ähnlich großen Gruppe zurückgekehrt und laut Zeugenaussagen gezielt auf Mitarbeitende des Sicherheitsdienstes im Freibad losgegangen.

Dabei hätten sie Reizgas versprüht und außerdem Schlagwerkzeuge getragen. Der Polizei zufolge flüchteten drei Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes vor ihnen in einen Aufsichtsturm und schlossen die Tür ab. Daraufhin hätten die Angreifer versucht, die Tür einzuschlagen, seien aber bei Ankunft der Polizei geflüchtet.

Unter den elf Verletzten im Alter zwischen 15 und 49 Jahren waren der Berliner Polizei zufolge sechs Badegäste, vier Sicherheitsmitarbeiter und ein Rettungsdienstmitarbeiter vom Reizgas betroffen. Drei der Badegäste kamen zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus.

In der Nähe des Bades wurden danach drei der Tatverdächtigen der Polizei zufolge in einem Auto aufgegriffen und festgenommen. Die Männer wurden in Polizeigewahrsam gebracht, später aber wieder entlassen. Die Ermittlungen wegen besonders schweren Landfriedensbruchs laufen.

Bäder-Betriebe zeigen sich bestürzt

Randale und Ausschreitungen in Freibädern sind zuletzt in der Hauptstadt immer wieder ein Thema gewesen. Ende Juni wurden beispielsweise ebenfalls im Columbiabad Polizisten und Wachleute von bis zu 250 Badegästen bedrängt. Ein Streit war nach Spritzen mit einer Wasserpistole entstanden. Eine Frau hatte demnach einen Mann angespuckt, der ihr dann mit einer Wasserpistole die Nase gebrochen hatte. Immer mehr Menschen hatten sich eingemischt - die Situation war eskaliert. Nur wenige Tage zuvor war am Steglitzer Bad am Insulaner nach einer Spritzerei mit Wasserpistolen und einem folgenden Streit schließlich eine Massenschlägerei ausgebrochen.

Der Vorstandsvorsitzende der Berliner Bäder-Betriebe zeigte sich bestürzt. «Die Auseinandersetzungen im Sommerbad Neukölln haben gestern ein Ausmaß erreicht, wie wir es bisher nicht kannten», sagte Johannes Kleinsorg am Mittwoch laut Mitteilung. «Diese Gewalt macht uns sehr betroffen. Wir wünschen allen, die verletzt worden sind, baldige und vollständige Genesung.»

Man sei sehr dankbar für das Engagement der Polizei, die die Bäder bei der Absicherung des Betriebes unterstützen wolle. Zudem kündigte Kleinsorg an, dass der Einsatz der Fachkräfte für Sicherheit an den Freibädern noch einmal verstärkt werden solle. Bereits Ende Juni war der Einsatz von mehr Wachleuten angekündigt worden. Zu dem Zeitpunkt waren in elf Freibädern schon 172 Wachleute unterwegs.

Trotz des Vorfalls am Dienstagabend hätten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bades und die Sicherheitskräfte dafür gesorgt, dass das Columbiabad am Mittwoch direkt wieder habe öffnen können - auch ihnen gebühre deshalb großer Dank, so Kleinsorg.

© dpa
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