London gedenkt der Opfer des Grenfell-Hochhausbrandes

72 Menschen kamen bei dem verheerenden Brand ums Leben. Fünf Jahre ist das her. «Für immer in unseren Herzen», hieß es beim Gedenkgottesdienst.

Mit einem Gedenkgottesdienst in der Westminster Abbey ist in London der Opfer einer verheerenden Brandkatastrophe vor fünf Jahren gedacht worden. Am 14. Juni 2017 kamen 72 Menschen ums Leben, als im Westen der britischen Hauptstadt der Grenfell Tower, ein 24-stöckiger Sozialbau, ausbrannte.

Bei dem Gottesdienst, an dem unter anderem der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan und die frühere Premierministerin Theresa May teilnahmen, verlasen Geistliche verschiedener Religionen die Namen der verunglückten Frauen, Männer und Kinder - jeweils gefolgt von einem gemeinsamen «Forever in our Hearts» (deutsch: «Für immer in unseren Herzen»).

Diese Worte stehen auch an dem mittlerweile eingehüllten, ausgebrannten Grenfell Tower im Stadtteil Kensington. Premierminister Boris Johnson sprach den Angehörigen der Opfer per Twitter sein Beileid aus.

An einem weiteren Gottesdienst direkt am Grenfell Tower nahmen am Nachmittag auch Prinz William (39) und Herzogin Kate (40) teil.

Gefährliche Fassaden

Die Aufarbeitung der Tragödie läuft noch immer: So beschäftigt sich eine Ermittlungskommission mit den Ursachen des Brandes sowie der Arbeit der Feuerwehr und leitet daraus Handlungsratschläge ab. Erste Empfehlungen wurden bereits veröffentlicht, doch die Umsetzung läuft schleppend. Es gibt es immer noch etliche Hochhäuser, die mit ähnlichen, gefährlichen Fassaden verkleidet sind, die das Grenfell-Hochhaus wegen ihrer hohen Brennbarkeit zur Todesfalle machten.

Viele Eigentümer von Wohnungen, die von Baugesellschaften mit der unsicheren Fassade errichtet und dann im Erbbaurecht verkauft wurden, sehen sich nicht imstande, für die Kosten aufzukommen. Verkaufen können sie ihre Rechte an den Wohnungen jedoch auch nicht, solange die nicht mehr erlaubte Fassade nicht erneuert ist. Immer wieder berichten britische Medien von Menschen, die sich in den Ruin getrieben sehen.

© dpa
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