Massiver Stromausfall in Kuba geht in dritten Tag

Der Hurrikan ist längst weiter nach Norden gezogen, doch viele Kubaner haben weiterhin keinen Strom.
Eine kubanische Flagge, von «Ian» zerfetzt: Nach dem verheerenden Hurrikan haben viele Menschen in Kuba weiter keinen Strom. © Ramon Espinosa/AP/dpa

Drei Tage nach dem Durchzug von Hurrikan «Ian» ist in großen Teilen Kubas die Stromversorgung noch nicht wiederhergestellt worden. Der staatliche Stromanbieter UNE teilte am Freitag mit, das «Defizit in der Kapazität der Stromerzeugung» werde voraussichtlich den ganzen Tag andauern. Wie viele Menschen ohne Strom waren, wurde nicht mitgeteilt. Am Donnerstag hatte es geheißen, zehn Prozent der Anschlüsse in Havanna hätten Strom.

«Ian» war am Dienstag als Hurrikan der Kategorie 3 von 5 auf seinem Weg in Richtung Florida über den Westen Kubas hinweggefegt. Er verursachte Überschwemmungen, große Schäden und laut Regierung mindestens drei Todesfälle. Das volle Ausmaß der Zerstörung war noch unklar. Zunächst fiel der Strom in den betroffenen Gebieten aus, auch in der Millionenstadt Havanna. Am Dienstagabend (Ortszeit) kam es zum landesweiten Ausfall.

Kein Wasser bei tropischen Temperaturen

Für viele Menschen bedeutete das auch, dass sie bei tropischer Hitze kein fließendes Wasser hatten, da dafür elektrische Pumpen benutzt werden. Die wenigen Essensvorräte der Menschen drohten zu verderben - in dem sozialistischen Karibikstaat mit rund elf Millionen Einwohnern herrscht Lebensmittelknappheit.

Die Stromversorgung in Kuba war schon vor dem Sturm äußerst unzuverlässig. Die Infrastruktur war in schlechtem Zustand, es kam zu häufigen Ausfällen. Laut Berichten und Videos in sozialen Medien gab es am Donnerstag mehrere kleine Proteste, unter anderem in mehreren Gegenden Havannas. Daraufhin fiel auch der Internetzugang über mobile Daten vom Abend (Ortszeit) bis in die Nacht hinein aus.

Häufige Stromausfälle waren ein Auslöser für Demonstrationen gegen die Regierung am 11. Juli 2021 - den wohl größten seit der kubanischen Revolution von 1959. Hunderte Teilnehmer wurden zu Haftstrafen von bis zu mehr als 25 Jahren verurteilt.

© dpa
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