Erdrutsch auf Ischia - Zahl der Todesopfer steigt auf elf

Drei weitere Vermisste sind tot aufgefunden worden, die Zahl der Opfer steigt damit auf elf. Von den 900 durch die heftigen Unwetter beschädigten Gebäude sind wohl 45 komplett unbewohnbar.
Rettungskräfte sind nach einem Erdrutsch auf der italienischen Insel Ischia im Einsatz. © Salvatore Laporta/AP/dpa

Die Opferzahl der Erdrutsche und Überschwemmungen auf der italienischen Mittelmeerinsel Ischia ist auf elf gestiegen. Drei der vier zuletzt noch vermissten Einwohner wurden am Donnerstagmittag gefunden, wie der Zivilschutz mitteilte. Dabei handelte es sich um den 38-jährigen Vater und die 37-jährige Mutter jener drei Kinder, die bei dem Unwetter in der Nacht zum Samstag ebenfalls gestorben und bereits zuvor gefunden worden waren. Zudem entdeckten die Einsatzkräfte einen 31 Jahre alten Mann, dessen Partnerin ebenfalls ums Leben kam. Eine Frau gilt noch als vermisst.

Nello Musumeci, der Minister für den Zivilschutz, berichtete im Parlament, dass neben den Toten und Vermissten fünf Menschen verletzt wurden, eine Person davon schwer. 290 Leute mussten ihre Häuser verlassen und wurden unter anderem in Hotels untergebracht.

Viele Häuser beschädigt - Debatte um Bau ohne Genehmigung

Insgesamt wurden rund 900 Gebäude in Mitleidenschaft gezogen, als heftige Unwetter über die Insel im Golf von Neapel niedergingen und es zu heftigen Erdrutschen kam. Bei Kontrollen stuften Experten bislang 45 Gebäude als dermaßen beschädigt ein, dass sie nicht mehr betreten werden können. 56 weitere Häuser sind laut Musumeci ebenfalls gefährdet. In den nächsten Tagen werden die restlichen rund 950 Häuser in dem betroffenen Gebiet von der Feuerwehr kontrolliert.

Unterdessen debattiert Italien weiter darüber, was mit Häusern passieren soll, die ohne Genehmigung gebaut wurden. Oft stehen diese in Gebieten, die als gefährlich eingestuft sind, wie auf Ischia. Musumeci sagte in seiner Rede vor der Abgeordnetenkammer, dass das Thema des unerlaubten Bauens unbedingt angegangen werden müsse. Der Präsident der Region Kampanien, zu der Ischia gehört, hatte zuletzt gefordert, dass alle illegalen Gebäude abgerissen werden.

Den Rettungsteams bereiteten unterdessen die Wettervorhersagen für das Wochenende Sorgen; es wurden erneut Niederschläge angekündigt. Feuerwehr-Sprecher Cari kündigte an, dass die Suche nach den noch Vermissten so lange weitergehe, wie es die Bedingungen zulassen.

© dpa
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