Flugzeugabsturz im Himalaya: 21 Leichen gefunden

Absturz im Himalaya - in der verunglückten Passagiermaschine saßen auch zwei Personen aus Hessen. Insgesamt 22 Menschen waren an Bord.

Nach dem Absturz eines Passagierflugzeugs im Himalaya haben nepalesische Such- und Rettungskräfte 21 Todesopfer geborgen.

Eine weitere Person werde noch vermisst, sagte ein Sprecher der Zivilluftfahrtbehörde der Deutschen Presse-Agentur am Montagabend (Ortszeit). Die Leichen würden in die Hauptstadt Kathmandu gebracht.

In der Maschine mit insgesamt 22 Menschen an Bord waren auch zwei mit Wohnsitz in Hessen, hieß es aus dem dortigen Innenministerium. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelt es sich um eine 56 Jahre alte Frau und einen 57 Jahre alten Mann aus Mittelhessen.

Der Flug sollte nur 15 bis 20 Minuten dauern

«Wir müssen leider zum gegenwärtigen Zeitpunkt davon ausgehen, dass die beiden Personen nicht mehr am Leben sind», sagte ein Ministeriumssprecher. Die hessische Polizei habe Angehörige informiert und Betreuungsmaßnahmen initiiert. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, man stehe mit den nepalesischen Behörden sowie den Angehörigen in engem Austausch und unterstütze die Angehörigen.

Die Flugsicherung hatte den Kontakt zu der Maschine am Sonntagmorgen gegen 10.00 Uhr Ortszeit verloren. Der Flieger der nepalesischen Fluggesellschaft Tara Air war auf dem Weg von Pokhara - einem beliebten Touristenziel rund 200 Kilometer westlich von Kathmandu - nach Jomsom gewesen. Der Flug sollte laut Plan rund 15 bis 20 Minuten dauern.

Pokhara ist Ausgangspunkt für zahlreiche Trekkingtouren, darunter die Annapurna-Runde. Das Annapurna-Massiv ist eine beliebte Wanderregion in dem Himalaya-Land. Die Flugroute Pokhara-Jomsom gilt aber mit vielen Bergen und viel Wind als eine der unfallträchtigsten Strecken in Nepal. Seit 1997 starben nach Angaben der «Nepali Times» bei fünf Flugzeugabstürzen auf dieser Strecke mindestens 74 Menschen.

Auf der Route stürzte schon 2016 eine Maschine ab

Zum Zeitpunkt des Absturzes am Sonntag waren die Sichtverhältnisse laut der nepalesischen Polizei angesichts starker Bewölkung und etwas Regens schlecht. Nach Angaben der «Nepali Times» handelte es sich um eine 43 Jahre alte Maschine des Typs Twin Otter 9N-AET.

Die Absturzstelle war schwer zugänglich. Sie liegt auf rund 4000 Metern Höhe im Vorgebirge des Himalaya im Distrikt Mustang im Norden Nepals. Wegen der schlechten Sichtverhältnisse war die Suche nach der Maschine in der Nacht von Sonntag auf Montag unterbrochen worden. Das Wrack wurde am Montagmorgen gefunden. An Bord waren neben den beiden Deutschen vier Inder und 16 Nepalesen, hieß es von der Airline und der Polizei.

Auf der gleichen Route war 2016 eine Propellermaschine der gleichen Airline abgestürzt. Das ausgebrannte Wrack war später an einem Berg entdeckt worden. Alle 23 Menschen an Bord waren tot.

Die Fluggesellschaft gibt auf ihrer Internetseite an, dass sie auf einer Liste anerkannter Fluggesellschaften der deutschen TUI Group stehe und dass alle zwei Jahre Sicherheitsanalysen durchgeführt werden würden. Von TUI hieß es, dass diese Angaben falsch seien und man weder Geschäftsbeziehungen mit der Airline habe noch Audits durchführe. «Im Gegenteil: es wird von der Nutzung der Airline abgeraten.» Über die Angaben auf der Internetseite hatte zuerst die ARD berichtet. Das Ministerium für Zivilluftfahrt kündigte am Montag an, dass es eine Untersuchung zu dem Absturz geben werde.

© dpa
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