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Schütze tötet 18 Menschen im US-Staat Maine

Ein neuer Fall brutaler Waffengewalt erschüttert die USA. In einer kleinen Stadt im Nordosten des Landes schießt ein Mann um sich. Mehrere Menschen werden getötet. Der Täter ist auf der Flucht.
Maine
Maine
Schusswaffenangriff im US-Bundesstaat Maine
Schusswaffenangriff

Ein Schütze hat in einer kleinen Stadt im Nordosten der USA ein Blutbad mit zahlreichen Toten und Verletzten angerichtet. 18 Menschen seien bei der Schusswaffenattacke ums Leben gekommen, sagte die Gouverneurin von Maine, Janet Mills, in Lewiston. 13 Menschen seien verletzt worden.

Die Attacke ereignete sich in der 39.000-Einwohner-Stadt in einem Grillrestaurant und in einem Freizeitzentrum mit Bowlingbahn. Gesucht wird ein 40 Jahre alter Mann, der dort das Feuer eröffnet haben soll. Der mutmaßliche Täter ist auf der Flucht. Es läuft eine Großfahndung.

Die Attacke und der Mann dahinter

Um 18.56 Uhr Ortszeit am Mittwoch seien die ersten Notrufe eingegangen, teilte die Polizei mit. Veröffentlicht wurden Fotos von Überwachungskameras an einem der beiden Tatorte. Darauf ist ein Mann mit einem vorgehaltenen Sturmgewehr zu sehen. Bei dem Verdächtigen soll es sich um einen Militär-Reservisten und trainierten Schusswaffenausbilder handeln, der im Sommer in psychiatrischer Behandlung gewesen sein soll. Die Polizei hielt sich mit Details zu dem Verdächtigen zunächst zurück und verwies auf die laufenden Ermittlungen und die Fahndung nach dem Mann.

William Ross von der Polizei des Bundesstaates Maine sagte, der Verdächtige gelte als «bewaffnet und gefährlich». Er warnte davor, sich dem Mann zu nähern. Die Bevölkerung in der Gegend wurde aufgerufen, Häuser nicht zu verlassen. Mehrere Schulen blieben geschlossen. Heute weitete die Polizei die Sicherheitshinweise auf weitere Orte rund um Lewiston auf, da der Täter auch viele Stunden nach der Attacke noch nicht gefasst war.

Laut Polizei kamen sieben Menschen bei der Bowlingbahn ums Leben, acht Menschen bei dem Grillrestaurant. Drei weitere seien später im Krankenhaus gestorben. Mehrere Verletzte wurden heute noch behandelt. Drei von ihnen schwebten nach offiziellen Angaben in Lebensgefahr.

Der Horror am Tatort

Eine Zeugin sagte dem Fernsehsender ABC, ihre elfjährige Tochter sei beim Bowlen gewesen, als die ersten Schüsse fielen. «Ich habe mich über sie gelegt, um sie zu schützen», erzählte sie. Ein anderer Zeuge berichtete beim Sender CNN, er habe sich in der Bowling-Halle vor dem Schützen versteckt und um sein Leben gebangt.

Etwa zehn Kilometer von Lewiston entfernt fanden Einsatzkräfte das Auto des Gesuchten, einen weißen SUV. Zu möglichen Motiven war zunächst nichts bekannt. Ross betonte, die Ermittlungen liefen neben der Fahndung nach dem Mann. Die Lage sei sehr im Fluss. Viele Kräfte seien im Einsatz, um den Verdächtigen aufzuspüren.

Lewiston befindet sich etwa 200 Kilometer nördlich von Boston an der Ostküste der USA. Maine gehört zu den kleineren und eher dünn besiedelten Bundesstaaten und liegt im nordöstlichsten Zipfel des Landes. Große Attacken mit Schusswaffen kommen dort deutlich seltener vor als in anderen Landesteilen. Gouverneurin Mills sagte: «Unser kleiner Staat mit nur 1,3 Millionen Einwohnern ist seit langem als einer der sichersten Staaten der Nation bekannt.» Dies sei ein «dunkler Tag für Maine».

Der traurige Alltag der Waffengewalt

In den USA insgesamt gehören Amokläufe und tödliche Schießereien auf traurige Weise zum Alltag. Schusswaffen sind dort leicht erhältlich und massenhaft im Umlauf. Regelmäßig erschüttern blutige Attacken mit vielen Opfern das Land - etwa an Schulen, in Supermärkten, Nachtclubs oder bei großen Veranstaltungen. Nach jeder größeren Attacke gibt es neue Forderungen nach einer Verschärfung des Waffenrechts, etwa nach einem Verbot von Sturmgewehren, die regelmäßig bei Amokläufen zum Einsatz kommen. Die Forderungen laufen jedoch ins Leere, nicht zuletzt wegen Widerständen aus den Reihen der Republikaner.

US-Präsident Joe Biden verlangte nach den tödlichen Schüssen in Lewiston erneut strengere Waffengesetze. «Viel zu viele Amerikaner haben ein Mitglied in der Familie, das durch Waffengewalt getötet oder verletzt wurde. Das ist nicht normal, und wir können es nicht hinnehmen», mahnte der Demokrat in einer schriftlichen Erklärung. Er forderte die Republikaner auf, mit seinen Demokraten zusammenzuarbeiten, um Sturmgewehre zu verbieten. «Dies ist das Mindeste, was wir jedem Amerikaner schulden, der nun die körperlichen und seelischen Narben dieses jüngsten Anschlags tragen muss.»

Der Schock für die Bewohner

Lewistons Bürgermeister Carl Sheline zeigte sich schockiert. «Ich bin untröstlich für unsere Stadt und unsere Bevölkerung», schrieb er in einer Erklärung. Der Ort sei für seine Stärke und seinen Mut bekannt. «Beides werden wir in den kommenden Tagen brauchen», ergänzte er. Auch der Bürgermeister der Nachbarstadt Auburn, Jason Levesque, zeigte sich bestürzt. Angst, Panik und Sorge hätten sich unter den Einwohnern breitgemacht, sagte er Reportern. «Man kann für so etwas trainieren, aber vollständig vorbereitet sein kann man nie», fügte er hinzu. Auburn ist etwa 1,5 Kilometer von Lewiston entfernt.

Ein Stadtratsmitglied von Lewiston, Robert McCarthy, beschrieb die Lage als surreal. «Es ist einfach so unwirklich», sagte er dem Sender CNN. «Man sieht es in den Nachrichten und sagt sich, dass das hier nie passieren wird. Und dann passiert es hier, und es haut dich einfach um.»

© dpa ⁄ Christiane Jacke, Julia Naue und Jörg Vogelsänger, dpa
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