Trotz sinkender Coronazahlen ist die Infektionsgefahr hoch

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen sinkt zwar, doch noch immer infizieren sich pro Woche mehrere Hunderttausend Menschen, einige erkranken schwer. Daher gibt es auch eine neue Impfempfehlung.
Die Corona-Infektionsgefahr ist weiterhin hoch. © Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa

Die Zahl der gemeldeten Corona-Infektionen ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts RKI in der vergangenen Woche erneut gesunken.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liege um 18 Prozent niedriger als in der Vorwoche, heißt es im Wochenbericht des Instituts vom Donnerstag, der sich auf die Woche 8. bis 14. August bezieht. Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner ist demnach in allen Altersgruppen gesunken und lag in der Woche bei 356. Es ist jedoch von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.

Das RKI schätzt die Zahl der Arztkonsultationen aufgrund einer akuten Atemwegserkrankung mit zusätzlicher Covid-19-Diagnose in der vergangenen Woche auf etwa 230 000. In der Woche zuvor waren es noch 270.000. Auch die Zahl der Menschen mit Covid-19-Diagnose auf Intensivstationen sank. Das RKI meldete mit 298 für die vergangene Woche auch weniger Sterbefälle in Verbindung mit Corona als in der Vorwoche. Damals registrierte es 372 solcher Fälle. Bei diesen Daten sei immer noch mit Nachmeldungen zu rechnen.

Infektionsgefahr und Impfempfehlung

«Trotz des Rückganges der Fallzahlen bleibt der Infektionsdruck in der Allgemeinbevölkerung in allen Altersgruppen hoch», schreibt das RKI und wirbt nochmals für die Impfung: «Weiterhin zeigt sich für ungeimpfte Personen aller Altersgruppen ein deutlich höheres Risiko für eine schwere Verlaufsform der Covid-19-Erkrankung.»

Am Donnerstag hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) eine zweite Auffrischimpfung für Risikogruppen und für Menschen ab dem Alter von 60 Jahren empfohlen, um sie besser vor einer schweren Erkrankung zu schützen. Zuvor galt die Empfehlung für Risikogruppen und Menschen ab 70 Jahren. Der unabhängige Impfrat der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Donnerstag ebenfalls die Verabreichung einer zweiten Corona-Auffrischimpfung für ältere Menschen empfohlen, wobei er kein genaues Alter nannte.

Trotz sinkender Covid-19-Zahlen bleibe die mit Covid-19 assoziierte Belastung des Gesundheitssystems hoch, schreibt das RKI. In den kommenden Wochen sei weiter mit einer hohen Zahl an Klinikaufnahmen und Todesfällen zu rechnen, insbesondere in höheren Altersgruppen. Bei Auftreten von Symptomen wie Schnupfen, Halsschmerzen oder Husten «wird daher weiterhin – unabhängig vom Impfstatus und auch bei negativem Covid-19 Antigen-Schnelltestergebnis – dringend empfohlen, Kontakte zu meiden».

Die seit Mitte Juni in Deutschland dominierende Omikron-Sublinie BA.5 habe mit einem Anteil von 95,2 Prozent in der ersten Augustwoche andere Varianten fast vollständig verdrängt. Ihr Anteil sei erneut leicht gestiegen, während die Varianten BA.2 und BA.4 seit Wochen zurückgehen und bei 1,1 und 3,7 Prozent liegen. Die unter anderem in Indien stark verbreitete Sublinie BA.2.75 wurde in Deutschland laut RKI bisher insgesamt zehnmal in einer Stichprobe nachgewiesen. Bislang sei es noch nicht beobachtet worden, dass BA.2.75 in einem von BA.4/BA.5-dominierten Geschehen, wie in Deutschland, einen Wachstumsvorteil habe.

© dpa
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