Rechtsstreit zwischen Depp und Heard geht weiter

11.04.2022 Seit über drei Jahren streiten Schauspieler Johnny Depp und seine Ex-Frau Amber Heard vor Gericht. Jetzt geht es weiter.

Johnny Depp liegt weiter im juristischen Clinch mit seiner Ex-Frau Amber Heard. © Kirsty O'connor/PA Wire/dpa

Der jahrelange Gerichtsstreit zwischen Hollywoodstar Johnny Depp und seiner Ex-Frau Amber Heard geht in eine neue Runde.

Am Montag sollte ein Zivilprozess vor einem Gericht im Bezirk Fairfax im US-Bundesstaat Virginia beginnen, wie US-Medien übereinstimmend berichteten. Der 58-Jährige hatte im März 2019 wegen Verleumdung gegen Heard geklagt, wie aus Gerichtsunterlagen hervorging. Depp verlangt 50 Millionen Dollar (umgerechnet gut 45 Millionen Euro) Schadenersatz sowie eine Geldbuße von 350 000 Dollar.

Heard beantragte 2019 zunächst eine Abweisung der Klage und reichte später ihrerseits eine Gegenklage unter anderem wegen Verleumdung gegen Depp ein. Darin fordert sie Schadenersatz in Höhe von 100 Millionen Dollar und eine Geldbuße von 350 000 Dollar. Ein Richter wies einige Teile der Gegenklage ab, ließ andere jedoch zu. Beide Klagen sollen nun vor einem Geschworenengericht verhandelt werden. Laut Medienberichten wird erwartet, dass sowohl Depp als auch Heard vor Gericht aussagen werden.

Das Paar trennte sich 2016 nach 15 Monaten Ehe und machte mit einem wochenlangen Gerichtsprozess Schlagzeilen. Depp hatte gegen den Verlag der britischen Boulevardzeitung «The Sun» wegen eines Artikels geklagt, in dem behauptet wurde, er habe Heard körperlich misshandelt. Ein Gericht in London hatte die Klage Ende 2020 abgewiesen: Die Mehrheit der in der Zeitung erwähnten Vorwürfe habe sich als wahr erwiesen, stellten die Richter fest.

Depp wirft Heard nun vor, in einem 2018 von der «Washington Post» veröffentlichten Kommentar zum Thema häusliche Gewalt falsche Aussagen gemacht haben. Dadurch habe sie Depps Ruf geschadet, hieß es weiter. Der Schauspieler wird in dem Artikel nicht namentlich erwähnt. Heard sieht wiederum durch Depps Anschuldigungen kriminellen Verhaltens wie Meineid und Betrug ihre Reputation geschädigt.

Für den Prozess wurden Medienberichten zufolge zunächst rund sechs Wochen angesetzt. Die Liste möglicher Zeugen beider Seiten sollen demnach prominente Namen enthalten. Neben Tesla-Chef Elon Musk könnten auch die Schauspieler Paul Bettany und James Franco aussagen.

© dpa

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