Deutscher Tourist bei Überfall in Südafrika getötet

Auf dem Weg in den Kruger-Nationalpark wird das Auto von vier deutschen Urlaubern von bewaffneten Angreifern gestoppt - der Fahrer stirbt. Für Südafrikas Tourismus ist der Zwischenfall ein Rückschlag.
Im Kruger-Nationalpark in der Provinz Mpumalanga in Südafrika ist ein deutscher Tourist getötet worden. © Bernd Weißbrod/dpa

Eigentlich sollte es ein entspannter Urlaub in einem der schönsten Nationalparks Afrikas werden. Auf dem Weg in den Kruger-Nationalpark jedoch gerieten vier deutsche Touristen in ihrem Auto in einen versuchten Raubüberfall, der für den Fahrer der Gruppe tödlich endete.

Die vier Urlauber waren auf dem Weg zur Mdluli Safari Lodge, die im Süden des Kruger-Nationalparks liegt. Auf der Zufahrtsstraße rund 35 Kilometer vor dem Numbi Gate, über das viele Touristen den Nationalpark erreichen, wurde der Hyundai der deutschen Touristen von drei bewaffneten Angreifern gestoppt. «Die Täter forderten die Touristen auf, die Fahrzeugtüren zu öffnen», erklärte Selvy Mohlala, Sprecher der südafrikanischen Polizei.

Der Fahrer habe jedoch alle Türen verriegelt, bevor er mit dem Auto noch rund 100 Meter zurückgesetzt und gegen eine Mauer geprallt sei. Einer der Angreifer eröffnete das Feuer und schoss dem Fahrer des Wagens durch die Scheibe in den Oberkörper. Der 67-Jährige starb noch am Tatort. Angaben zur genauen Herkunft machten die Ermittler zunächst nicht.

Sorgen um den Tourismussektor

Der Zwischenfall ist ein schwerer Schock für die südafrikanische Tourismusbranche, die sich nach der Corona-Pandemie endlich wieder zu erholen schien. «Wir sehen wieder mehr internationale Touristen, die unser Land besuchen», sagte Oupa Pilane, stellvertretender Vorsitzender des Southern African Tourism Services Association (Satsa) der Deutschen Presse-Agentur.

Die regionale Fremdenverkehrskammer setzt auf eine schnelle Aufklärung des Vorfalls. In einer Stellungnahme am Dienstag hat diese eine Belohnung von 50.000 südafrikanische Rand (rund 2800 Euro) ausgesetzt, für Informationen, die zur Verhaftung der weiter flüchtigen Angreifer führen.

«Wir Südafrikaner sind herzliche Menschen. Dieses kriminelle Verhalten ist nicht vereinbar mit unserer Lebensweise», sagte Themba Khumalo, Geschäftsführer des südafrikanischen Tourismusverbandes. Er sprach der Familie und den Freunden des Toten sein Mitgefühl aus.

Der deutsche Botschafter in Südafrika, Andreas Peschke, bedankte sich im südafrikanischen Radio für die Bemühungen der südafrikanischen Behörden, den Vorfall schnell aufzuklären. Er verwies auf den großen Anteil deutscher Urlauber am südafrikanischen Tourismusmarkt. Und dieser soll noch größer werden, denn die Lufthansa plant eine Direktlinie nach Mpumalanga, die noch mehr Touristen in den Kruger-Nationalpark bringen soll. «Gerade auch deshalb ist es wichtig, die Sicherheit unserer Touristen zu schützen», sagte der Botschafter.

Es wird an der Sicherheit gearbeitet

Entsprechend kündigte Tourismus-Lobbyist Pilane direkt schärfere Sicherheitsmaßnahmen für die touristischen Schlüsselregionen des Landes an. So soll die Zufahrtsstraße zum Numbi Gate künftig mit Kameras überwacht werden. Private Sicherheitspatrouillen gibt es bereits seit mehreren Monaten. «Die Täter spionieren allerdings die Fahrtwege aus und suchen sich ihre Opfer einfach in der entgegengesetzten Richtung», sagte Pilane.

In Südafrika ist die Kriminalitätsrate weiterhin hoch. Eine kürzlich veröffentlichte Polizeistatistik des Landes zeigt, dass die Mordrate im Land im ersten Quartal dieses Jahres um 11,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. Überfälle lagen 14 prozent über dem Vorjahresniveau. Auch das Auswärtige Amt warnt etwa vor Überfällen bei Autobahnfahrten im städtischen Umland. Das Ministerium empfiehlt, bei Überfällen keine Gegenwehr zu leisten, da die Täter zumeist bewaffnet sind.

Erst Anfang des Jahres war eine alleinerziehende Mutter mit ihren Kindern direkt am Numbi Gate von bewaffneten Angreifern beschossen worden. Die Tochter wurde dabei verletzt. Der Zwischenfall hatte auch damals landesweit für Aufsehen gesorgt.

© dpa
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