Sexismus-Debatte um Krankenkassen-Clip mit Pornodarstellerin

04.02.2022 Aufregung um ein Clip der Techniker Krankenkasse zum Thema Hodenkrebs-Früherkennung. Das Erscheinungsbild des Videos ist angelehnt an den Look von Pornofilmen. Im Netz hagelt es Kritik, es gibt auch Zuspruch.

Technicer Krankenkasse: «Wir haben bewusst einen ungewöhnlichen Ansatz gewählt». Foto: Oliver Berg/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Sexistisch und nicht witzig» oder «gut gemacht»? Das Aufklärungsvideo einer Krankenkasse mit einer Pornodarstellerin hat im Netz viel Kritik, aber auch Zuspruch bekommen.

Mit ihrem Clip wollte die Techniker Krankenkasse (TK) eigentlich auf die Notwendigkeit der Hodenkrebs-Früherkennung aufmerksam machen. Titel des Videos: «Der life-saving Handjob: So tastet du deine Hoden ab».

Die Handlung und das Erscheinungsbild des Clips mit einem jungen Mann und der Pornodarstellerin Anny Aurora ist anfangs deutlich an den Look von Pornofilmen angelehnt. Etwa nach der Hälfte unterbricht das Video kurz und es wird erklärt, wie man durch Abtasten der Hoden frühzeitig Krebs erkennen kann.

In sozialen Medien löste die Kampagne eine Debatte aus. «Sexistisch und nicht witzig», nennt sie etwa Autorin Tara-Louise Wittwer auf Instagram. «Das Video offenbart, wie wenig wir Männern zutrauen», schreibt ein anderer User auf Twitter.

Verteidigt wurde das Video unter anderem vom FDP-Politiker Konstantin Kuhle: «Statt in borniert-spießiger Weise über die erfolgreiche Hodenkrebs-Aufklärung der Techniker Krankenkasse zu schimpfen, sollten wir denen gleich die ganze Verantwortung für die Werbung zur Corona-Impfung übertragen! Good Job», schrieb Kuhle in einem Tweet.

Die TK selbst äußerte sich ebenfalls in einem Statement: «Eines möchten wir vorweg gerne deutlich machen: Diversität, Gleichstellung und respektvolles Miteinander sind uns sehr wichtig.» Man habe «bewusst einen ungewöhnlichen Ansatz gewählt und die Aufklärung darüber in einem pornografischen Umfeld platziert.» Allerdings sorgte auch dieses Statement wiederum für Aufregung. Ein User etwa schrieb auf Instagram: «Diese Stellungnahme macht es nur noch schlimmer!»

© dpa-infocom GmbH

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