Gegen das Gendern: Merz wettert gegen ARD und ZDF

Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz wendet sich auf dem Parteitag der Christdemokraten an die Pressevertreter; er pocht auf einen korrekten Gebrauch der deutschen Sprache - und meint damit das Gendern.
«Universitäten und öffentlich-rechtlicher Rundfunk sind keine Volkserziehungsanstalten»: CDU-Chef Friedrich Merz. © Michael Kappeler/dpa

CDU-Chef Friedrich Merz hat sich mit deutlichen Worten erneut indirekt gegen das Gendern im öffentlich-rechtlichen Rundfunk positioniert. Er sagte am Freitag auf einem Parteitag in Hannover: «Universitäten, meine Damen und Herren, und öffentlich-rechtlicher Rundfunk sind keine Volkserziehungsanstalten.» Sie hätten einen staatlichen Bildungs- und Informationsauftrag. Er forderte die Sender auf, sich an Regeln zu halten, «die wir uns alle in diesem Land gegeben haben - auch für die Verwendung der deutschen Sprache».

Wenn man einen Auftrag ausführe, der mit Gebühren finanziert werde, dann könne man erwarten, dass man sich an die «allgemein anerkannten Regeln in der Nutzung der deutschen Sprache» hält, ergänzte Merz unter aufbrausendem Applaus auf dem Parteitag.

Der CDU-Chef knüpfte damit an einen Gastbeitrag in den «Badischen Neuesten Nachrichten» an, den er im August auch inmitten der Krise beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) rund um Vetternwirtschaftsvorwürfe veröffentlicht hatte.

Dort hatte er sich gegen das Gendern mit diesen Worten ausgesprochen: «Weder einzelne Sprecher noch Kommentatoren und Moderatorinnen haben das Recht, von den allgemein anerkannten Regeln des Gebrauchs der deutschen Sprache abzuweichen.»

Zu Parteitagsbeginn begrüßte Merz auch Pressevertreter. Es gebe die «stolze Zahl» von 58 Redakteurinnen und Redakteuren des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. «Mit ihnen werden wir uns im Verlaufe dieses Parteitages besonders liebevoll beschäftigen», sagte Merz. Die Union besetzt zurzeit häufig das Thema öffentlich-rechtlicher Rundfunk, um unterschiedlich scharf Kritik an den Anstalten und ihren Sendungen zu äußern.

Gendern ist immer wieder ein Streitthema. Seit Jahren wird in Deutschland diskutiert, ob - und wenn wie - die männlichen Formen in der Sprache durch weiter gefasste Begriffe ersetzt werden können oder sollten - um zum Beispiel Frauen offensiver einzubeziehen.

Das Gendersternchen wie bei Lehrer*innen ist eine Möglichkeit. Manche setzen an die Stelle auch einen Doppelpunkt oder einen Unterstrich. In der gesprochenen Sprache und im Fernsehen oder Radio äußert sich das dann als Sprechpause.

© dpa
Weitere News
Top News
Fußball news
8. Spieltag: Bremen überrollt Gladbach und sorgt für Clubrekord
Games news
Featured: FIFA 23: Die besten Tipps für den Start ins Spiel
Tv & kino
Filmfest Hamburg: Fatih Akin und Diane Kruger feiern «Rheingold»-Premiere
Games news
Featured: Slime Rancher 2: Tipps – Nektar abbauen, Strahlendes Erz finden & mehr
Handy ratgeber & tests
Featured: Archero-Tipps: Gibt es Cheats oder Promo-Codes für das Handyspiel?
Handy ratgeber & tests
Featured: Gibt es Promo-Codes im Oktober 2022 zu RAID: Shadow Legends?
Internet news & surftipps
Autobauer: Tesla-Chef Musk führt Roboter-Prototypen vor
Wohnen
Hydraulischer Abgleich : Nicht umlegbar: Kosten für Heizungsoptimierung
Empfehlungen der Redaktion
Panorama
Medien: Untertitel fälschlich gegendert: SWR schärft Regeln nach
Regional niedersachsen & bremen
Parteien: CDU-Spitze will Streit über Frauenquote entschärfen
Inland
Parteitag: Bayerns Grünen-Chef wirft Union «plumpen Populismus» vor
Inland
Parteitag der CDU: Merz und Söder demonstrieren Schulterschluss
Inland
CDU-Parteitag in Hannover: Merz: «Eine der schwächsten Bundesregierungen aller Zeiten»
Regional niedersachsen & bremen
Parteien: SPD-Ermunterung für Einführung der Frauenquote in der CDU
Regional sachsen anhalt
Landtag: Landespolitiker beklagen Vertrauensverlust in den Rundfunk
Panorama
Rundfunkkommission: Dreyer: RBB-Krise schadet öffentlich-rechtlichem Rundfunk