Waldbrand unter Kontrolle - Suche nach Glutnestern

Eine Woche nach den verheerenden Waldbränden in Brandenburg bricht an der sächsisch-brandenburgischen Grenze erneut ein Großfeuer aus. Der Brand ist unter Kontrolle, aber die Sorge vor einem Wiederaufflackern der Flammen bleibt.

Der große Waldbrand an der sächsisch-brandenburgischen Landesgrenze in der Gohrischheide und bei Mühlberg (Elbe-Elster) war am Samstag unter Kontrolle. «Offene Flammen gibt es dort nicht mehr», berichtete ein Sprecher der Regionalleitstelle Lausitz am Nachmittag.

Auf der sächsischen Seite war der Brand noch nicht vollständig gelöscht. «Wir haben im Kernbereich in der Gohrischheide noch einen Brand, der sich gemächlich ausbreitet», berichtete Einsatzleiter Matthias Heydel von der Feuerwehr Zeithain.

Dort kämen die Einsatzkräfte allerdings überhaupt nicht heran, sagte Heydel. Der Brandort liege mitten im Naturschutzgebiet, sei zugewachsen und auf Wegen nicht zu erreichen. Das Feuer werde per Drohne überwacht und solle an einer Brandschneise von den Löschkräften empfangen werden. Bei günstigen Windverhältnissen bestehe zudem die Chance, dass sich dieses Feuer einfach totlaufe.

Noch zahlreiche Feuerwehrleute im Einsatz

Insgesamt seien von dem Waldbrand 800 Hektar Fläche betroffen gewesen, davon 350 auf Brandenburger Seite, sagte der Sprecher der Regionalleitstelle Lausitz. In Brandenburg waren am Samstag noch 250 Feuerwehrleute im Einsatz, um Glutnester aufzuspüren. Sie sollten von einem Hubschrauber der Bundespolizei mit einer Wärmebildkamera unterstützt werden. In Sachsen waren rund 75 Feuerwehrleute vor Ort.

Es gelte das Zeitfenster bis zu den für Sonntag erwarteten höheren Temperaturen zu nutzen, um möglichst viele Gefahrenstellen zu beseitigen, sagte Norman Barth von der Landesfeuerwehrschule. «Da hinten qualmt es noch - das kann morgen schon wieder offene Flammen und Funkenflug bedeuten», erläuterte er. Dies könne schnell wieder zu Lauffeuern führen. «Es ist nicht auszuschließen, dass es morgen noch brenzlig wird.»

Innenminister: Die Gefahr ist noch nicht beseitigt

Auch Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) warnte vor einem möglichen Wiederaufflackern der Flammen. Es gebe zwar keinen offenen Brand mehr, sagte Stübgen nach einem Besuch bei der Technischen Einsatzleitung in Neuburxdorf (Elbe-Elster). «Aber im Boden ist noch Hitze über 500 Grad und mehr, weil hier die Humusschicht noch glimmt und glüht», erläuterte der Minister. «Und daher ist die Gefahr noch nicht beseitigt.»

Die Niederschläge in der Nacht zum Samstag hätten nur wenig Erleichterung gebracht, meinte der Brandenburger Waldbrandschutzexperte Rainer Engel. Vielmehr sei das Feuer insbesondere auf den Ackerflächen einfach ausgebrannt, als es keine neue Nahrung mehr hatte. «Entlang der Äcker wurde ein 50 Meter breiter Schutzstreifen umgepflügt, um ein Übergreifen von Flammen zu verhindern», berichtete Engel. Zudem würden am Rand des Brandgebiets Beregnungsanlagen aufgestellt.

Sorge bereiteten auch dem Waldbrandschutzexperten die erwarteten hohen Temperaturen am Sonntag über 30 Grad. «Dann können Feuer jederzeit wieder aufflammen», meinte er. Am Samstag war die Waldbrandlage wegen der hohen Luftfeuchtigkeit in allen 14 Landkreisen vergleichsweise gering. Bereits am Montag erwartet Engel aber landesweit wieder die zweithöchste Warnstufe 4. Auch in Sachsen sollte die Waldbrandgefahr wieder ansteigen.

Der Großbrand war am Donnerstag in der Gohrischheide in Sachsen ausgebrochen und hatte sich am Freitag in Richtung des brandenburgischen Mühlberg (Elbe-Elster) ausgeweitet. Mehr als 800 Hektar standen zeitweise in Flammen. Eine zwischenzeitliche Evakuierung der Ortslagen Kröbeln und Kosilenzien der Stadt Bad Liebenwerda wurde am Freitagabend ab 21.00 Uhr wieder aufgehoben.

Erst am vergangenen Wochenende hatten zwei Waldbrände in Treuenbrietzen und Beelitz südlich von Berlin für große Gefahr gesorgt. Hunderte Feuerwehrleute, unterstützt von Soldaten der Bundeswehr, waren im Einsatz. Jeweils etwa 200 Hektar standen in Flammen. Feuerwehrleute beobachten dort weiterhin die Entwicklung.

© dpa
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