Lok geborgen: Bahnstrecke Hannover-Berlin früher wieder frei

Die Bergungsarbeiten nach einem Unfall mit zwei Güterzügen in Niedersachsen sind abgeschlossen. Züge können auf der wichtigen Strecke früher wieder fahren - aber vieles muss noch repariert werden.
Bergungsarbeiten bei Leiferde: Die Unfall-Lok wird auf einen Waggon gehoben. © Philipp Schulze/dpa

Nach der Kollision zweier Güterzüge bei Leiferde in Niedersachsen soll der Zugverkehr auf der gesperrten Strecke zwischen Hannover und Berlin früher wieder anlaufen als bislang geplant. Ab 11. Dezember sollen die Züge wieder rollen, teilte die Deutsche Bahn mit. Bislang hatte das Unternehmen geplant, die betroffene Strecke am 16. Dezember wieder freizugeben.

«Das hohe Engagement aller Mitarbeitenden und die Unterstützung des Technischen Hilfswerks und der Feuerwehr haben dafür gesorgt, dass die komplizierten Bergungsarbeiten schneller als geplant abgeschlossen werden konnten», hieß es.

Am Donnerstag wurden die Bergungsarbeiten beendet. Spezialisten hatten zuletzt die verunglückten Lokomotive auf einen Spezialwagen aufgebockt, um diese abzutransportieren.

Unfangreiche Reparaturarbeiten nötig

Die Bahn teilte mit, sogleich mit den Reparaturarbeiten an der Strecke zu beginnen. Demnach sollen in den nächsten Tagen an der Unfallstelle nun Schienen, Schwellen und Schotter an den beiden Gleisen erneuert und mehrere Oberleitungsmasten neu gesetzt werden. Zudem sollen mehr als eineinhalb Kilometer Oberleitung und fast zwei Kilometer Kabel für die Leit- und Sicherungstechnik neu verlegt werden. Auch der Boden muss ausgetauscht werden, da eine Lok Öl verloren hatte.

Bis zur Freigabe werden Fernverkehrszüge zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen noch über Uelzen umgeleitet. Fahrtzeiten verlängern sich dadurch um mindestens 120 Minuten. Für Fahrgäste im Fernverkehr, die eine geplante Reise aufgrund der Zugkollision verschieben möchten, gilt laut Bahn bis einschließlich 23. Dezember eine Sonderkulanz. Bereits gebuchte Fernverkehrstickets können bis dahin flexibel genutzt werden.

Am 17. November war ein aus 25 mit Propangas gefüllten Kesselwaggons bestehender Zug bei Leiferde im Landkreis Gifhorn auf einen anderen Zug aufgefahren, der an einem Signal hielt. Vier Waggons kippten um, ein Lokführer wurde leicht verletzt. Einsatzkräfte der Feuerwehr brauchten Tage, um das Gas aus den Waggons abzupumpen und mit einer speziellen Vorrichtung abzufackeln. Der Unfall sorgt für viele Zugausfälle und zahlreiche Behinderungen im Bahnverkehr auf der Strecke zwischen Hannover und Berlin.

© dpa
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