Wald nach regenreichem Jahr Wald etwas erholt

13.12.2021 Das Frühjahr war kühl, der Sommer verregnet. Für die Bäume in den Wäldern war das gut. Nach drei Dürresommern zeigt der Waldlagebericht eine leichte Erholung. Doch die Schäden sind noch immer gewaltig. Umweltverbände forderten mehr Laubbäume in den Wäldern.

Ursula Heinen-Esser (CDU), nordrhein-westfälische Umweltministerin, spricht während einer Pressekonferenz. Foto: Federico Gambarini/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das regenreiche Jahr 2021 hat den geschädigten Wäldern in Nordrhein-Westfalen etwas Erholung verschafft. «Der Wald hat sich ein Stück weit erholt», sagte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) am Montag bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts 2021 in Düsseldorf. Die Schäden seien insgesamt aber auf hohem Niveau, es gebe keinen Grund zur Entwarnung. Die Ursache für den schlechten Zustand der Wälder sei der Borkenkäfer. In den Hitzesommer-Jahren 2018, 2019 und 2020 hatten die Lageberichte jeweils die schlechtesten Waldzustände beschrieben.

Laut dem aktuellen Lagebericht sank in diesem Jahr der Anteil der erheblich geschädigten Bäume auf 40 Prozent (2020: 44). Die Fachleute erkennen die Schädigung an lichten Baumkronen, bei denen Blätter oder Nadeln abgefallen oder schwach ausgeprägt sind. 32 Prozent hatten eine schwache «Verlichtung» (2020: 33). Der Anteil der Bäume mit normaler Krone stieg auf 28 Prozent (2020: 23). Es gebe einen Hoffnungsschimmer, sagte Heinen-Esser. Wenn 2022 nicht zu trocken werde, sollte sich der Trend stabilisieren.

Die Ministerin sagte: «Wir wollen im Jahr 2022 jetzt wieder in die Zukunft gucken und die Wälder wiederaufforsten». Der Schutz des Waldes sei überlebenswichtig. Wiederaufbau und Anpassung an die Folgen des Klimawandels seien zentrale Zukunftsaufgaben. Ziel seien klimastabilere Mischwälder mit mehreren verschiedenen Baumarten.

Die Wälder erfüllten viele wichtige Funktionen. «Sie sind unser Klimaschützer Nummer eins», sagte die Ministerin. Sie seien wichtig für den Bodenschutz, für die Qualität von Wasser und Luft. Wälder seien wichtig für die Erholung der Bevölkerung, außerdem seien sie Einkommensquelle für die Waldbesitzer. Damit diese Funktionen erfüllt werden können, müssten die Wälder widerstandsfähig und leistungsfähig sein. «Und das sind sie im Moment in Nordrhein-Westfalen so eben einfach nicht», sagte die Ministerin.

Nach Angaben des Ministeriums sind etwa zehn Prozent der Waldfläche durch Dürre, Borkenkäfer und Stürme geschädigt. Fast ausschließlich betroffen sind Fichtenbestände. Seit 2018 sei etwa 113 000 Hektar Schadfläche an ausgefallenen Fichtenbeständen entstanden. Die Wiederbewaldungsfläche ist etwa 90 000 Hektar groß, das entspricht zehn Prozent der Waldfläche in Nordrhein-Westfalen. Auf den restlichen Flächen habe eine natürliche Waldverjüngung eingesetzt.

Mehrere Umweltorganisationen reagierten mit Kritik. Der BUND forderte ein Waldentwicklungsprogramm und eine nachhaltige Holzwirtschaft. Der Naturschutzbund Nabu erklärte, weitere Dürresommer seien wahrscheinlich. Für effektiven Klimaschutz brauche NRW mehr Wildnisgebiete ohne Holznutzung. Im bewirtschafteten Wald solle Zurückhaltung bei der Holzernte gelten. Der WWF kritisierte, der Umbau von naturfernen, anfälligen Nadelforsten hin zu Laubmischwäldern gehe viel zu langsam voran.

Die Fraktion der Grünen im NRW-Landtag begrüßte, dass der Schwerpunkt für 2022 auf der Wiederbewaldung liege. Ein Teil der Hilfestellung müsse auch eine ausreichend intensive Jagd sein, um die Jungpflanzen vor dem Verbiss von Wildtieren zu schützen.

Die Umweltministerin erklärte, dass sie sich inzwischen vorstellen könne, für eine Übergangszeit auf «Kalamitätsflächen», großflächig mit Borkenkäfern befallenen Flächen, Windkraftanlagen zuzulassen. Dies könne die Einkommenssituation der Waldbesitzer stabilisieren. Die Anlagen sollten nur so lange bleiben, bis sich dort der Wald erholt habe. Es gebe umweltschonende, waldschonende Möglichkeiten, Windkraftanlagen im Wald zu bauen, sagte sie. Sie befinde sich deshalb in Gesprächen mit dem Wirtschaftsminister, hier Veränderungen herbeizuführen.

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