Viele positive Corona-Tests in Kitas

19.01.2022 Die Omikron-Welle der Corona-Pandemie hat auch die Kindertagesstätten in Nordrhein-Westfalen erreicht: Im Januar sind bisher rund 46 Kitas teilweise und rund 12 komplett pandemiebedingt geschlossen gewesen (Stand: 17.1.), wie das Familienministerium am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte. Das seien insgesamt 0,6 Prozent der Kitas.

Eine Praktikantin liest in einer Kita Kindern vor. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach Angaben des Ministeriums wurden dieses Jahr bisher etwa 3370 positive Corona-Tests aus den Kitas gemeldet. Diese betrafen demnach 1930 Kinder und rund 1440 Mitarbeiter (Stand: 17.1.). Im gesamten Dezember habe es bei rund 3010 Kindern und 1800 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen einen positiven Corona-Test gegeben. Das Ministerium wies daraufhin, dass Tests teilweise auch noch rückwirkend gemeldet werden.

In einzelnen Städten ist der Anstieg der positiven Corona-Tests bereits deutlich zu beobachten. In Düsseldorf waren von etwa 2640 sogenannten Pool-Tests in dieser Woche 208 positiv, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte. Dabei werden die Speichelproben mehrerer Kinder gebündelt im Labor untersucht. Die Auswertung von Einzelproben habe dann für 237 Kinder einen positiven Nachweis des Corona-Virus ergeben. In der Vorwoche waren die Zahlen in Düsseldorf noch deutlich niedriger: Hier waren laut Stadt 99 Pool-Testungen und 108 Einzelproben positiv.

Auch in den Kölner Kitas ist die Zahl der positiv Getesteten stark angestiegen. Nach Angaben der Stadt wurden in der vergangenen Woche insgesamt 580 Corona-Fälle unter Kita-Kindern gemeldet; in der Woche vor Weihnachten waren es 107 gemeldete Fälle.

In Dortmund musste eine Kindertagesstätte wegen «einer Vielzahl von Infektionszahlen» vorübergehend ganz schließen. Die Einrichtung könne zunächst bis Freitag nicht öffnen, hieß es vonseiten der Stadt. In Essen wurden zwischen dem 11. und dem 17. Januar 98 Kinder im Alter von zwei bis fünf Jahren positiv auf Corona getestet. In der Woche vor Weihnachten waren es mit 44 weniger als halb so viele.

Der Landeselternbeirat der Kindertageseinrichtungen (LEB) in NRW forderte, die Kitas nicht zu schließen. «Die Betreuungsangebote sollten weitgehend offen bleiben», sagte eine Sprecherin.

Die in Kitas benutzten Schnelltests weisen das Coronavirus laut Ministerium zuverlässig nach. Die aktuell verwendeten Selbsttests hätten bei hoher Viruslast laut dem Paul-Ehrlich-Institut eine Sensitivität von 100 Prozent, schreibt das Ressort in einem Bericht an den Familienausschuss des Landtages. Die Sensitivität drückt aus, wie gut der Test in der Lage ist, das Virus nachzuweisen. Bei der Ausschreibung für die Schnelltests im Juni sei eine Sensitivität von mindestens 90 Prozent bei Speichel-Antigen-Tests und von mindestens 95 Prozent bei Nasal-Antigen-Tests Bedingung gewesen, heißt es weiter.

Nach Angaben des Lagezentrums für Gesundheit NRW (LZG) lag die Inzidenz in der Altersgruppe der Null- bis Vierjährigen am Dienstag bei 498,8. Die Altersgruppe mit der höchsten Inzidenz war demnach die der Fünf- bis Neunjährigen. Hier lag der Wert bei 1362,1 und damit mehr als doppelt so hoch wie in der Gesamtbevölkerung (573,2).

© dpa-infocom GmbH

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