Antisemitismus-Beauftragte: Erinnerung an Gräuel wachhalten

27.01.2022 Zum internationalen Holocaust-Gedenktag hat die nordrhein-westfälische Antisemitismus-Beauftragte Sabine Leutheusser-Schnarrenberger aufgerufen, die Erinnerung an die grausamen Taten der Nazis wachzuhalten. Die Worte «Nie wieder» dürften keine leeren Hüllen sein, sagte die ehemalige Bundesjustizministerin am Donnerstag. «Gerade, wenn antisemitische Anfeindungen zunehmen oder sogenannte Querdenker den Holocaust bagatellisieren, stehen wir mehr denn je in der Verantwortung zu zeigen, dass wir aus unserer Geschichte gelernt haben.»

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), Antisemitismus-Beauftragte des Landes NRW, spricht. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Leutheusser-Schnarrenberger forderte eine aktive Erinnerungsarbeit mit Zeitzeugen, um vor allem junge Menschen zu sensibilisieren. «Über sechs Millionen Jüdinnen und Juden wurden vom NS-Unrechtsregime systematisch ermordet», sagte sie. «Doch mit jedem Jahr wird die zeitliche Entfernung zu den Gräueltaten der Nationalsozialisten größer und das Erinnern steht im Zeichen der Vergänglichkeit.» Viele, vor allem junge Menschen, hätten heute keinen persönlichen Bezug zum Holocaust mehr.

In naher Zukunft könnten aber die letzten Holocaustüberlebenden nicht mehr berichten. Daher müsse jede Gelegenheit genutzt werden, ihnen zuzuhören und mit ihnen zu sprechen. Schulen in NRW bekommen von der Antisemitismus-Beauftragten ein Interviewbuch mit der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer. In Nordrhein-Westfalen sind 1000 Schulen Teil des bundesweiten Netzwerks «Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage».

Der 27. Januar ist in Deutschland seit 1996 ein Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Er ist der Jahrestag der Befreiung der Überlebenden des deutschen Vernichtungslagers Auschwitz 1945 durch Soldaten der Roten Armee.

© dpa-infocom GmbH

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