Wegen nachgeholter Infekte: Kinderkliniken gut gefüllt

24.10.2021 Ungewöhnlich früh müssen viele kleine Mädchen und Jungen mit Atemwegserkrankungen im Krankenhaus behandelt werden. Eine Überbelegung gibt es aber zumindest in Hannover noch nicht. Wie geht es weiter?

Ein Schild des Kinder- und Jugendkrankenhauses Auf der Bult. Foto: picture alliance /dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Trotz einer gestiegenen Zahl von kleinen Patienten mit Atemwegsinfekten sind Kinderkrankenhäuser in Hannover noch nicht überbelegt. Die Situation in der MHH-Kinderklinik sei derzeit nicht problematisch, sagte die Sprecherin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), Simone Corpus, der Deutsche Presse-Agentur. Die Häufigkeit von Atemwegserkrankungen sei momentan allgemein sehr hoch.

Ob der aktuelle Trend weiter anhält oder ob es sich um eine verfrühte «Infektsaison» handele, könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantwortet werden, so Corpus. Experten zufolge holen Kinder im Moment Infekte nach, die sie vor einem Jahr wegen der coronabedingten Kita- und Schulschließungen nicht durchgemacht haben.

Auch das Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult hat bereits sehr viele Kinder mit Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) aufgenommen. Gefährlich kann dieser Infekt der oberen Luftwege insbesondere für Frühgeborene sowie vorerkrankte Kinder im ersten Lebensjahr werden. Die Stationen seien gut ausgelastet, sagte Sprecher Björn-Oliver Bönsch. Sollten die Kapazitäten ausgeschöpft sein, werde man wie schon in vergangenen Jahren mit anderen Kinderkliniken zusammenarbeiten und im Bedarfsfall Patienten verlegen. «Für die Kinderkrankenhäuser ist die aktuelle Infektwelle neben der Corona-Pandemie sicherlich eine Herausforderung», sagte der Sprecher.

Kinderkliniken in Nordrhein-Westfalen hatten ebenfalls von einer großen Zahl von Klinikeinweisungen wegen Atemwegsinfekten berichtet, im Ruhrgebiet seien sogar viele Kliniken am Anschlag. Neue gesetzliche Verordnungen erschwerten die Versorgung der kleinen Patienten, kritisierte Bönsch. So müssten die Kliniken bei Überbelegung Strafe zahlen. «Das verstehen weder die Angehörigen noch unsere Mitarbeiter.» Grundsätzlich müsse die Unterfinanzierung der Kindermedizin in den Kinderkrankenhäusern und damit die Schlechterstellung der Kinder und Jugendlichen aufhören.

Landesweit gibt es nach Angaben der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft rund 1400 Betten im Bereich der Kinder- und Jugendmedizin. Aufgrund des allgemein bestehenden Fachkräftemangels sei bei einem sehr hohen Patientenaufkommen grundsätzlich nicht auszuschließen, dass es auch im Bereich der Kinder- und Jugendmedizin punktuell zu Engpässen kommen könne, hieß es.

© dpa-infocom GmbH

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