Rettungsdienste für steigende Infektionszahlen gewappnet

17.01.2022 Kleine Teams, tägliche Tests und zusätzlich freiwillige Helfer in Bereitschaft für den Ernstfall: Hilfsorganisationen in Niedersachsen bereiten ihre Rettungsdienste auf weiter steigende Infektionszahlen vor. Vieles ist bereits lange eingeübt.

Ein Rettungswagen der Feuerwehr Hannover fährt mit Blaulicht durch die Innenstadt. Foto: Julian Stratenschulte/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Rettungsdienste in Niedersachsen sehen sich für den Fall weiter steigender Corona-Infektionszahlen durch die Omikron-Variante personell gewappnet. Falls sich ein großer Teil der Beschäftigten im Rettungsdienst mit dem Coronavirus infiziert oder in Quarantäne muss, greifen Hilfsorganisationen auf Notfallpläne zurück, die meist bereits zu Beginn der Pandemie aufgestellt wurden, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Diese sehen etwa im Ernstfall vor, dass auch Ehrenamtliche, Freiwillige oder Helferinnen und Helfer von anderen Rettungsorganisationen wie der Feuerwehr bei der Besetzung von Rettungswagen zum Einsatz kommen.

«Notfallpläne für mögliche erhöhte Personalausfälle sind im Rettungsdienst bereits seit mehreren Jahren fest etabliert», sagte Azra Avdagic, Sprecherin beim niedersächsischen Landesverband des Deutschen Rotes Kreuzes (DRK). Wie genau diese ausgestaltet würden, obliege den 45 eigenständigen DRK-Kreisverbänden. «In der Regel beinhalten die Konzepte aber Maßnahmen wie eine stärkere Einbindung von ehrenamtlichen Einsatzkräften, geringfügig Beschäftigten und anderen Bereichen der DRK-Rettungsdienste, sodass gewährleistet ist, dass die Rettungsdienste ausreichend besetzt sind.»

Die Johanniter setzen bei ihren landesweit 26 Rettungswachen auf möglichst kleine Teams. «Wir versuchen das Personal sehr stark zu trennen», sagte Jan Klaassen, Sprecher des Johanniter-Landesverbandes Niedersachsen/Bremen. Die Besatzungen von Rettungswagen arbeiteten in möglichst gleichen Teams, um sich untereinander so wenig wie möglich zu begegnen. An größeren Rettungswachen seien daher einzelne Rettungswagen auch schon ausgegliedert worden.

Den rund 500 Angestellten und 80 Auszubildenden im Rettungsdienst der Johanniter komme zu Gute, dass es unter den Beschäftigten eine sehr hohe Impfquote - überwiegend auch mit Auffrischungsimpfungen - gebe, sagte Klaassen. Unabhängig von Corona sei der Hygienestandard im Rettungsdienst ohnehin hoch. «Insofern ist das Infektionsrisiko überschaubarer.» Mittlerweile gebe es auch ausreichend Schutzmaterialien wie FFP2-Masken. «Die Gesellschaft und wir haben aus den Anfangszeiten der Pandemie gelernt», sagte der Sprecher.

An den fünf Rettungswachen der Malteser in der Diözese Hildesheim würden täglich Corona-Tests vor Dienstantritt gemacht, sagte Sprecher Michael Lukas. Eine Corona-Infektion habe es bislang noch nicht gegeben. Urlaubssperren sind bei den Maltesern ebenso wie bei den Johannitern derzeit nicht geplant. Urlaub und Erholung seien wichtig, damit die Beschäftigten gesund bleiben, sagte Johanniter-Sprecher Klaassen. Beide Hilfsorganisationen wollen im Ernstfall bei massiven Personalausfällen ebenfalls auf Ehrenamtliche zurückgreifen.

Auch der Landesverband des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) mit mehreren Dutzend Rettungswachen landesweit sieht sich vorbereitet. Die Notfallpläne würden individuell mit den kommunalen Trägern der Rettungsdienste abgestimmt, sagte ASB-Landesgeschäftsführer Thomas Heine. «Da laufen überall Gespräche.» Denkbar sei etwa, dass bei Personalnot vorübergehend Notfallsanitäter-Azubis als Regelbesatzung auf Rettungswagen mitfahren. Auch könnten Krankentransporte zugunsten der Aufrechterhaltung von Rettungsdiensten zurückgefahren werden.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

Champions league

Champions League: Chaos und Tränengas vor Finale - Liverpool will Aufklärung

Tv & kino

Filmfestspiele in Cannes: Goldene Palme für «Triangle of Sadness»

Internet news & surftipps

ZDF-Sendung: Nach Böhmermann-Aktion: Ermittlungen gegen Polizisten

Tv & kino

Filmfestival: Endspurt in Cannes: Wer gewinnt die Goldene Palme?

Tv & kino

Filmfestspiele: Cannes: Spezialpreis zum 75. Jubiläum an Dardenne-Brüder

Internet news & surftipps

Internet: Hassbeiträge: Auch Betreiber sozialer Netzwerke bestrafen?

Internet news & surftipps

Digitalisierung: Schnelles Internet zu langsam? Ausschüsse fordern mehr Tempo

Reise

Tests vor Abreise entfallen: Philippinen lockern Einreisebestimmungen für Touristen

Empfehlungen der Redaktion

Regional niedersachsen & bremen

Personal für Mobile Impfteams wird gesucht

Regional mecklenburg vorpommern

Deutsches Rotes Kreuz: DRK fordert Stärkung des Bevölkerungsschutzes in MV

Regional hessen

Die Nummer in der Not: Retter klären über die 112 auf

Regional niedersachsen & bremen

Deutsches Rotes Kreuz: Personalbedarf in Testzentren hoch

Regional nordrhein westfalen

Impfen rund um die Uhr: Aachen startet 60-Stunden-Aktion

Regional mecklenburg vorpommern

Warnemünde: Badesaison beginnt: Wasserwacht eröffnet Rettungstürme

Reise

Badesaison beginnt: Wasserwacht eröffnet Rettungstürme in Warnemünde

Regional rheinland pfalz & saarland

Hilfsorganisation: Tafeln verzeichnen mehr Andrang: Helfer gesucht