Nachfrage nach Corona-Impfungen steigt

08.11.2021 Noch immer sind viele Menschen in Niedersachsen nicht gegen Corona geimpft. Politik und Ärzteverbände hoffen, dass sich das bald ändert. Ein paar Zahlen geben Hoffnung.

Eine Arzthelferin steckt eine Nadel in ein Fläschchen mit Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer. Foto: Lennart Preiss/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Nachfrage nach Corona-Impfungen bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten in Niedersachsen ist jüngst gestiegen. In der vergangenen Woche seien deutlich mehr Menschen geimpft worden als in der Vorwoche, sagte der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), Detlef Haffke, am Montag. Demnach stieg die Zahl von knapp 70.000 auf rund 110.000 Corona-Schutzimpfungen.

«Das Thema Drittimpfung nimmt auf jeden Fall Fahrt auf», bemerkte Haffke mit Blick auf Auffrischungsimpfungen. Aber auch die Zahlen der Erst- und Zweitimpfungen seien gestiegen - wenn auch nicht so stark wie die Zahl der Drittimpfungen. Die KVN geht davon aus, dass Regeln wie 2G (Einlass nur für Geimpfte und Genesene) dazu führen, dass sich manche Menschen nun doch für eine Corona-Impfung entscheiden. Der Druck auf Ungeimpfte wachse.

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Hannover sagte, einen Run auf Erstimpfungen gebe es derzeit nicht. Doch die dezentralen Impfangebote würden gut angenommen. Das Ministerium ruft die Bürgerinnen und Bürger weiter dazu auf, sich impfen zu lassen. Auf den Intensivstationen liegen derzeit vor allem Covid-Patienten und -Patientinnen ohne Impfschutz.

Im Land Bremen gibt es seit Wochen eine konstant gute Nachfrage nach Corona-Schutzimpfungen, wie der Sprecher des Gesundheitsressorts, Lukas Fuhrmann, sagte. Die Zahl der Auffrischungsimpfungen sei deutlich gestiegen. Derzeit sei die Nachfrage nach Drittimpfungen wahrscheinlich größer als das Angebot.

Dem Sprecher zufolge bekommt zudem eine steigende Zahl von Menschen im kleinsten Bundesland die erste oder zweite Spritze mit einem Corona-Impfstoff. «Bei den Erst- und Zweiimpfungen geht es langsam, aber stetig nach oben», so Fuhrmann. Im Vergleich der Bundesländer hatte Bremen am Montag mit 78,7 Prozent die höchste Quote bei den vollständig Geimpften. Niedersachsen lag mit 69 Protent auf dem sechsten Platz.

Aus Sicht der KVN ist es wichtig, noch nicht geimpfte Menschen zu erreichen. Um Impfdurchbrüche zu vermeiden, sollten zudem bestimmte Gruppen eine Auffrischungsimpfung bekommen. Zwar seien die allermeisten Menschen auch nach einigen Monaten noch gut vor einem schweren Verlauf einer Covid-Erkrankung geschützt, sagte Haffke. «Doch je länger die Impfung her ist, desto wahrscheinlicher wird es, dass sie sich trotzdem anstecken und dann auch andere infizieren können.»

Während Jüngere einen Impfdurchbruch oft kaum spürten, könne es bei Älteren und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem anders sein. Zwar seien auch sie nach einer vollständigen Impfung besser geschützt als ohne Impfung. Aber: «Sie haben keinen langfristigen Schutz vor dem Virus - vor allem, wenn die Antikörper gegen den Erreger im Blut mit der Zeit zurückgehen.» Deshalb seien sogenannte Booster-Impfungen sinnvoll.

Die KVN empfiehlt den Praxen, zunächst nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zu impfen. Demnach sind Auffrischungsimpfungen frühestens nach sechs Monaten wichtig für Menschen ab 70 Jahren, für Menschen in Pflegeeinrichtungen, für Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen mit Kontakt zu den dort betreuten Menschen, für Beschäftigte in Einrichtungen für Menschen mit einem erhöhten Risiko für schwere Covid-Verläufe und für Personal in medizinischen Einrichtungen mit direktem Patientenkontakt.

Eine Wiedereröffnung der Impfzentren ist aus Sicht des niedersächsischen Hausärzteverbandes nicht nötig. «Neben den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten haben wir landesweit eine gute Lösung mit einer Vielzahl an mobilen Impfteams in den Kommunen gefunden», teilte Verbandssprecher Tim Schäfer mit.

© dpa-infocom GmbH

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