Mehr Menschen in Niedersachsen ohne Job: Neue Kurzarbeit

04.01.2022 Insgesamt hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt 2021 verglichen mit dem ersten Corona-Jahr 2020 gefestigt. Die jüngsten Zahlen zeigen aber auch: Neue Pandemie-Einschränkungen und weltweite Lieferprobleme schmälern die Job-Chancen vieler Menschen immer noch beträchtlich.

Der Schriftzug «Agentur für Arbeit» steht am frühen Morgen an der Fassade der Agentur für Arbeit geschrieben. Foto: Christoph Schmidt/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Trotz einer grundlegenden Entspannung im abgelaufenen Jahr bleiben die Jobsuche für Arbeitslose und die Auslastung zahlreicher Betriebe im Nordwesten schwierig. Im Dezember kam die Erholung des Arbeitsmarkts in Niedersachsen ins Stocken, in Bremen schwächte sich der zuletzt positive Trend ab. Außerdem mussten Firmen zum Jahresende 2021 häufig wieder Kurzarbeit anzeigen, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA) berichtete.

Nach Angaben der Behörde vom Dienstag nahm die Zahl der als arbeitslos registrierten Menschen in den niedersächsischen Kommunen von November auf Dezember leicht um 0,8 Prozent auf knapp 219.400 zu. Zuvor hatte es länger anhaltende Rückgänge gegeben. Die Quote verharrte vorerst bei 5 Prozent. In Bremen sank die Arbeitslosigkeit noch einmal um 0,3 Prozent - verglichen mit Werten aus dem Herbst wie dem 1,6-prozentigen Minus im Oktober/November bedeutete das aber eine Eintrübung. Zuletzt waren im kleinsten Bundesland rund 36.200 Arbeitslose gemeldet. Die Quote hielt sich zunächst bei 9,9 Prozent.

BA-Regionalchef Johannes Pfeiffer betonte in Hannover, dass zumindest im Fall Niedersachsens der typische Wintereffekt mit weniger Arbeit unter freiem Himmel bei schlechtem Wetter eine größere Rolle spielt. Das gilt in der Regel etwa für die Bau- oder die Landwirtschaft. Die im Zuge ansteigender Corona-Infektionen bis Mitte Dezember hinzu gekommenen neuen Einschränkungen vor allem in der Gastronomie und im Einzelhandel trügen jedoch ebenso ihren Teil bei. Überdies machten Lieferprobleme nach wie vor verschiedenen Branchen zu schaffen.

Betrachtet man das zurückliegende Gesamtjahr, zeigt sich gegenüber 2020 inzwischen zwar eine Stabilisierung des Jobmarkts. So waren in Niedersachsen Ende 2021 rund 12,6 Prozent weniger Menschen in der Arbeitslosenstatistik als im Dezember des Vorjahres, für Bremen ergab sich ein Rückgang um 11,4 Prozent. Die Folgen der Corona-Krise und der Versorgungsengpässe sind aber längst nicht ausgestanden.

In Industrieunternehmen, die auf die Beschaffung von Vorprodukten auch über die brüchigen internationalen Lieferketten angewiesen sind, fallen immer noch Schichten aus. Etliche Dienstleistungs- und Handelsbetriebe haben es ebenfalls schwer. Für den Dezember nannte die BA in Niedersachsen insgesamt 1771 Anmeldungen von Kurzarbeit - «mit steigender Tendenz». In Bremen waren 121 Firmen betroffen. «Schwerpunkte liegen in der Gastronomie und im Einzelhandel.»

Nach dem Sommer hatten viele junge Leute noch eine Ausbildung, ein Studium oder einen Job aufnehmen können. Unabhängig von Corona wird der Fachkräftemangel zunehmend zum Hauptrisiko für die Wirtschaft - nicht nur bei Ingenieuren und Handwerkern oder mit Blick auf knapper werdendes Personal im Gesundheits- und Pflegesystem.

Pfeiffer wies auch auf die Lage der Langzeitarbeitslosen hin. Während geschultes Personal nach kurzfristigen Konjunkturschwankungen oft recht bald eine neue Stelle finden kann, ist es für diese Gruppe besonders hart, den Weg zurück ins Arbeitsleben zu finden. «Schwierig ist, dass Langzeitarbeitslose von der Erholung wenig profitiert haben», so der BA-Regionalleiter zum Jahresabschluss 2021. Diese müssten noch gezielter angesprochen werden, «um Vermittlungshemmnisse abzubauen, wenn nötig Ausbildung nachzuholen und zu qualifizieren».

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