Höchste Firmeninsolvenz-Quote in Bremen

08.12.2021 Schon öfter mussten im kleinsten Bundesland überdurchschnittlich viele Unternehmen den Gang in ein Insolvenzverfahren samt Sanierung antreten. Wie sieht es dort am Ende des zweiten Corona-Jahres aus?

Der Namenszug von Creditreform steht über dem Eingang zur Zentrale des Unternehmens. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bremen ist nach Einschätzung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform auch im Gesamtjahr 2021 das Bundesland mit dem höchsten Anteil zahlungsunfähiger oder überschuldeter Unternehmen. Im Schnitt mussten hier fast ein Prozent der Betriebe Insolvenz anmelden, die Quote blieb mit rechnerisch 98 Fällen je 10.000 Firmen demnach auf demselben Niveau wie 2020. Zur Jahresmitte hatte Creditreform für das kleinste Bundesland noch einen geringeren Wert (80 Insolvenzen auf 10.000 Betriebe) genannt. Das Institut legte am Mittwoch seine neueste vorläufige Auswertung vor.

Niedersachsen befand sich den Daten zufolge im Mittelfeld, hier waren zuletzt durchschnittlich 37 von 10.000 Unternehmen von einer Insolvenz betroffen - weniger als im ersten Corona-Jahr 2020 (47) sowie zur Mitte dieses Jahres (53). Bundesweit am besten schnitten bei Creditreform Brandenburg (28), Bayern (30) und Thüringen (31) ab.

Insgesamt gebe es eine Tendenz zu eher kleineren Betrieben, die finanziell zunehmend überlastet gewesen seien, hieß es. Dennoch sei es auch wieder zu Insolvenzen einiger größerer Unternehmen gekommen.

Creditreform nannte zum Beispiel Personaldienstleister wie den Gesamthafenbetriebsverein Bremen (GHBV) mit ehemals 1300 Beschäftigten oder die Verdener Firma Mondi mit in der Summe über 2500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Vergleichsweise spektakulär sei zudem die Insolvenz der Bremer Greensill Bank AG gewesen.

Laut der Auskunftei mussten unter Druck geratene Betriebe häufig mit den wirtschaftlichen Folgen und Einschränkungen der Corona-Krise kämpfen - obwohl es auch staatliche Hilfen gab. Unterm Strich nahm die Zahl der Firmeninsolvenzen im zu Ende gehenden Jahr um knapp 11 Prozent ab. Bei Privatinsolvenzen von Verbrauchern kam es hingegen zu einem «massiven Anstieg» um über 80 Prozent, berichtete Creditreform.

Eine regionale Aufteilung dazu gab es zunächst nicht. Eine Rolle bei den verschiedenen Insolvenzformen spielten neben Staatshilfen weitere Faktoren. Dazu zählten vorübergehende Lockerungen im Insolvenzrecht oder eine schnellere Befreiung privater Personen von Restschulden.

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