Grammatik fürs Saterfriesische soll Sprachpflege verbessern

10.01.2022 Das Saterfriesische ist ein wertvoller Sprachschatz: Nur noch höchstens 2000 Menschen sprechen die vom Aussterben bedrohte Sprache. Eine neue Grammatik soll beim Überleben helfen.

Ein Ortsschild ist mit «Ramsloh» und der saterfriesischen Übersetzung «Roomelse» beschriftet. Foto: Ingo Wagner/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Eine neue Online-Grammatik soll die Pflege der saterfriesischen Sprache im Landkreis Cloppenburg erleichtern. Sprachwissenschaftler aus dem niederländischen Leeuwarden von der Friesischen Akademie (Fryske Akademy) haben zusammen mit einer Nachwuchswissenschaftlerin aus Oldenburg eine erste Version der saterfriesischen Grammatik vor Weihnachten vorgestellt, sagte der Saterfriesisch-Beauftragte der Gemeinde Saterland, Henk Wolf: «Zu dritt haben sie in kurzer Zeit viel geleistet.» Im Jahr 2022 solle weiter an der Grammatik gearbeitet werden.

Nur noch 1000 bis 2000 Menschen sprechen Saterfriesisch. Wegen der isolierten Lage im Moor hat sich die vom Altfriesischen abstammende Sprache über Jahrhunderte erhalten. Sie ist verwandt mit dem Westfriesischen in der niederländischen Provinz Friesland und dem Nordfriesischen, das an der dänischen Grenze in Schleswig-Holstein gesprochen wird. Seit 2020 kümmert sich der niederländische Sprachwissenschaftler Henk Wolf um die Pflege des Saterfriesischen.

Saterfriesisch und Plattdeutsch sind unterschiedliche Sprachen. Die Grammatik-Experten haben unter anderem herausgearbeitet, dass das Saterfriesische ein männliches und ein weibliches Wort für «drei» hat: «Drei Männer» heißt «träi Monljude», aber «drei Frauen» ist «tjo Wieuwljude».

Der Saterfriesisch-Unterricht für Kinder habe es im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Lage schwer gehabt, sagt Wolf: «Unterricht auf Saterfriesisch war leider nicht möglich.» Immerhin konnten Kinder für den Besuch von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (CDU) im Sommer ein saterfriesisches Theaterstück einüben und aufführen. «Ansonsten hoffen wir alle, dass Corona bald vorbei ist und der Unterricht bald wieder anfangen kann.»

Eine kleine Gruppe von Lehrerinnen mache derzeit einen Konversationskurs, um Saterfriesisch in der Schule unterrichten zu können. Geplant sei auch ein Kurs für Sprachanfänger - dafür habe sogar ein Teilnehmer aus Bielefeld Interesse angemeldet. Rund fünf Menschen seien auf der Warteliste. Er hoffe, dass vor allem Einheimische sich für diesen Kurs anmelden, sagt Wolf. «Wir wollen, dass sie sich später für den Unterricht hier einsetzen. Für Menschen, die 200 Kilometer weit weg wohnen, ist das natürlich weniger einfach.» Im Januar oder im Februar könnte der Kurs starten.

© dpa-infocom GmbH

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