Archäologen finden Skelett von sowjetischem Gefangenen

11.01.2022 Erstmals ist bei den seit rund sechs Monaten laufenden archäologischen Grabungsarbeiten auf dem Gelände einer geplanten Bahnwerkstatt in Bremen ein vollständiges Skelett eines sowjetischen Kriegsgefangenen gefunden worden. «Wir hoffen, dass wir auch den dazugehörigen Namen erfahren können», sagte die Bremer Landesarchäologin Uta Halle der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Es sei eine Erkennungsmarke gefunden worden. Die müsse aber noch entziffert werden und die Daten abgeglichen.

Mitarbeiter der Bremer Landesarchäologie graben auf dem Gelände. Foto: Sina Schuldt/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Zuvor hatten die Archäologen ausschließlich sogenannte Streufunde einzelner Knochenteile und bisher rund 60 Erkennungsmarken entdeckt. Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) sagte, entgegen den Annahmen der Experten sei nun doch ein einzelner vollständiger Leichnam gefunden worden. «Das zeigt, mit welch großer Akribie das Team der Landesarchäologin die Arbeiten vor Ort durchführt.»

Auch über diesen Fund seien die Generalkonsulate der Ukraine und Russlands bereits von der Senatskanzlei unterrichtet worden. Es bestehe die Absicht, dass das jetzt gefundene Skelett - wie die anderen sterblichen Überreste auch - unter Einhaltung aller einschlägigen rechtlichen Vorschriften auf den Ehrenfriedhof in Bremen-Osterholz umgebettet werden solle.

Auf dem Gelände im Stadtteil Oslebshausen gab es von 1941 bis 1945 einen Friedhof für gefangene sowjetische Soldaten. Sie mussten in Bremen Zwangsarbeit leisten. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag der Ort teils brach, teils siedelte sich Kleingewerbe dort an. Der Bremer Senat will die Fläche dem Unternehmen Alstom zur Verfügung stellen. Das will eine Werkstatt zur Wartung von Regionalzügen einrichten, die den Bahnverkehr in Niedersachsen und Bremen verstärken sollen.

Gegen die Bahnwerkstatt gibt es Widerstand einer örtlichen Bürgerinitiative. Auch das Bremer Friedensforum fordert, die Bahnpläne aufzugeben und den ehemaligen Friedhof als Kriegsgräberstätte einzustufen und zu schützen.

Laut Senatsverwaltung sind von dem 3500 Quadratmeter großen Gelände des ehemaligen Soldatenfriedhofs bis dato ungefähr zwei Drittel untersucht worden, etwas weniger als 1200 Quadratmeter stünden noch aus. Die Grabungsarbeiten würden voraussichtlich noch bis Ende des ersten Quartals 2022 andauern.

© dpa-infocom GmbH

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