Arbeitsmarkt im Nordwesten solider: Aber Fachkräfte fehlen

30.11.2021 Geht es nach den offiziellen Daten, fasst der Arbeitsmarkt in Niedersachsen und Bremen nach dem harten ersten Corona-Jahr 2020 wieder Tritt. Zum Gesamtbild gehören allerdings auch einige Schwierigkeiten, die noch länger anhalten könnten.

"Agentur für Arbeit" hängt über dem Eingang der Bundesagentur. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich im Nordwesten insgesamt weiter stabilisiert. Im November ging die Zahl der Arbeitslosen sowohl in Niedersachsen als auch in Bremen erneut zurück, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Hannover am Dienstag mitteilte. Jedoch bleibe der Bedarf an Fachkräften bei vielen Arbeitgebern hoch, berichteten die Experten. BA-Regionalchef Johannes Pfeiffer betonte, oft gut qualifizierte schwerbehinderte Menschen müssten daher ebenso mehr Chancen bekommen.

In den niedersächsischen Kommunen waren im zurückliegenden Monat (Stichtag 11.11.) verglichen mit dem Oktober in der Summe 2,0 Prozent weniger Arbeitslose registriert. Zuletzt waren es somit rund 217.600, die Quote nahm um 0,1 Punkte auf 5,0 Prozent ab. Bereits im Vormonat hatte es erneut eine etwas geringere Arbeitslosigkeit gegeben. Ein wesentlicher Grund dafür war indes ein klassischer Saisoneffekt: Nach dem Sommer und Frühherbst hatten etliche junge Leute noch eine Ausbildung, ein Studium oder einen Job aufnehmen können.

Auch im kleinsten Bundesland Bremen hielt der positive Gesamttrend an. Hier waren laut dem jüngsten Datenstand der BA rund 36.300 Menschen offiziell als arbeitslos erfasst - 1,6 Prozent weniger als im Oktober. Die Quote fiel um 0,2 Punkte auf 9,9 Prozent. Für den Vormonat waren ebenfalls schon weniger Arbeitslose gemeldet worden.

Setzt man die Zahlen in Bezug zur Situation des Vorjahres, wird eine Entspannung deutlich. Aktuell gibt es in Niedersachsen 12,7 Prozent und in Bremen 12,6 Prozent weniger Arbeitslose als im November 2020. Dies darf der Arbeitsagentur zufolge jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass gleichzeitig vielerorts Fachkräfte fehlen.

«Spätestens nach der Corona-Pandemie wird sich der Fachkräftebedarf in vielen Bereichen verschärfen», warnte Pfeiffer. Er warb dafür, in diesem Zusammenhang Menschen mit Schwerbehinderung häufiger bei der Besetzung von Jobs zu berücksichtigen. Zwar habe man dabei seit dem Frühjahr eine leichte Verbesserung verzeichnet, erklärte die BA. Die Arbeitslosigkeit unter Schwerbehinderten sei seit April «kontinuierlich in kleinen Schritten gesunken». Manche Analysen zeigen allerdings, dass die Inklusion auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor nicht einfach ist.

So stieg die Arbeitslosigkeit unter Menschen mit Behinderung in Niedersachsen und Bremen nach einer Auswertung der Aktion Mensch und des Handelsblatt Research Institutes über die gesamte Corona-Zeit, wenn jeweils die ersten zehn Monate 2020 und 2021 verglichen werden. Fortschritte der Inklusion seit 2016 seien durch Corona zunichte gemacht worden, sagte der Wirtschaftswissenschaftler Bert Rürup.

© dpa-infocom GmbH

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