Arbeitslosigkeit in Niedersachsen leicht gesunken

29.07.2021 Der Arbeitsmarkt im Norden erholt sich von der Corona-Krise. Wie jeden Sommer müssen sich aber Lehrbetriebe und Auszubildende finden, und das ist durch die Pandemie noch schwieriger geworden.

Das Logo der Bundesagentur für Arbeit. Foto: Felix Kästle/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Auf dem niedersächsischen Ausbildungsmarkt fehlen nach Angaben der Arbeitsagentur in diesem Sommer die Bewerber. Die Agentur sieht dies als eine Folge der Corona-Krise. «In diesem Bewerbungsjahr haben viele Unternehmen ihr Ausbildungsangebot auf gleichem Level wie im Vorjahr gehalten», sagte Shirin Khabiri-Bohr, stellvertretende Chefin der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit. «Es haben sich aber deutlich weniger junge Leute um eine Ausbildung bemüht, viele besuchen lieber eine weiterführende Schule oder beginnen ein Studium.» Das mache es den Unternehmen schwieriger, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Den Jugendlichen dagegen böten sich «rechnerisch mehr Optionen denn je».

In ihrer Arbeitsmarktstatistik für Juli beobachtete die Agentur den üblichen vorübergehenden Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Unter-25-Jährigen. Viele Ausbildungs- und Schulabsolventen melden sich über den Sommer arbeitslos. Insgesamt sank die Arbeitslosigkeit in Niedersachsen leicht. Die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen ging nach Angaben vom Donnerstag um ein Prozent auf 239.482 Personen zurück. Die Arbeitslosenquote blieb bei 5,5 Prozent konstant.

Für Ausbildungsplätze in Niedersachsen hatten sich bis Juli knapp 43 000 Bewerberinnen und Bewerber gemeldet, das waren 6,6 Prozent weniger als im Vorjahr und 16,8 weniger als im Juli 2019 vor der Corona-Krise. Angeboten wurden 50.930 Ausbildungsplätze - ein Plus von 1,4 Prozent im Vergleich zu 2020, aber 6,1 Prozent weniger als 2019. Im Juli 2021 waren noch 20.551 Stellen frei, zugleich waren noch 13.990 Jugendliche unversorgt.

Für Bremer Firmen ist die Suche nach Auszubildenden nach Angaben der Arbeitsagentur einfacher. «Im Land Bremen suchen zwar deutlich weniger junge Leute nach einem Ausbildungsplatz, als freie Stellen angeboten werden, aber es gibt viele Einpendlerinnen und Einpendler aus dem niedersächsischen Umland», sagte Khabib-Bohr. «Den Unternehmen vor Ort stehen also mehr Jugendliche zur Verfügung, als dort wohnen.»

Insgesamt stabilisierte sich der Arbeitsmarkt im kleinsten Bundesland Deutschlands. Die Zahl der Arbeitslosen sank im Juli im Vergleich zum Vormonat um 1,2 Prozent auf 38.600 Menschen. Die Quote ging um 0,2 Prozentpunkte auf 10,2 Prozent zurück.

© dpa-infocom GmbH

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