55 Lehrer in Niedersachsen nach Terminablauf eingestellt

10.01.2022 Vor Beginn eines neuen Schuljahres gibt es einen Termin, bis wann ein Großteil der neuen Lehrkräfte eingestellt sein soll. Danach können jedoch weitere hinzukommen. Dies war in Niedersachsen zuletzt bei einigen Lehrern der Fall.

Ein Schwamm liegt an der Schultafel. Foto: Annette Riedl/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

55 Lehrkräfte sind in Niedersachsen nach Ablauf eines Einstellungstermins in diesem Schuljahr angestellt worden. Der eigentliche Einstellungstermin war Ende August - die 55 Lehrkräfte kamen bis Ende Dezember hinzu, wie das Kultusministerium in Hannover auf dpa-Anfrage mitteilte. Lehrer können demnach auch nach Ablauf des Einstellungstermins angestellt werden - laut Ministerium in der Regel bis Ende Dezember. Zum zweiten Schulhalbjahr kommen weitere Einstellungen hinzu.

Der Einstellungstermin zum neuen Schuljahr variierte in den vergangenen Schuljahren um mehrere Wochen - dies hängt etwa mit dem unterschiedlichen Zeitpunkt des Schuljahresbeginns zusammen. Im Schuljahr zuvor wurden laut Ministerium 57 Lehrkräfte nach Ablauf dieser eigentlichen Frist beschäftigt.

Ein Sprecher wies darauf hin, dass die Zahlen der Vorjahre nicht vergleichbar seien, da zwischen 2015 und 2020 wegen der Umstellung auf das Abitur nach 13 Schuljahren (G9) deutlich mehr Lehrkräfte eingestellt wurden, um den zusätzlichen Schuljahrgang an den Gymnasien bedienen zu können.

Ein Großteil der neuen Besetzungen finde bereits vor dem Einstellungstermin statt, damit die meisten neuen Lehrer pünktlich zum neuen Schuljahr ihren Dienst beginnen könnten.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßte die Einstellungen. Der kommissarische GEW-Vorsitzende Holger Westphal betonte jedoch, dass im Bundesland rund 7000 Lehrkräfte fehlen würden. Der Bedarf sei vor allem abseits der Gymnasien groß. Zudem seien Berufseinsteiger in anderen Bundesländern wie Hamburg und Bremen in einer höheren Besoldungsgruppe, was Niedersachsen im Vergleich recht unattraktiv mache. Nach Angaben von Westphal arbeiten rund 80 000 Lehrer an niedersächsischen Schulen.

Am Montag beginnt im Bundesland wieder der Unterricht nach den Weihnachtsferien. Dies ist mit einer täglichen Testpflicht und einer Maskenpflicht verbunden. Wenn Schüler oder Lehrer bereits gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Covid-Infektion genesen sind, müssen sie sich nicht jeden Tag testen. Westphal sagte, diese Regeln würden ein Höchstmaß an Sicherheit in die Schulen bringen.

© dpa-infocom GmbH

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