Überseehafen Rostock 2021 mit Umschlagrekord

14.01.2022 Die Corona-Krise hat im Rostocker Überseehafen deutliche Spuren beim Passagierverkehr hinterlassen. Doch an den Kaikanten wurde im vergangenen Jahr sogar ein Rekord eingefahren.

Ein Frachtschiff wird im Seehafen beladen. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Überseehafen Rostock hat das Jahr 2021 mit einem Umschlagrekord abgeschlossen. Insgesamt gingen 28,7 Millionen Tonnen und damit 14 Prozent mehr als 2020 über die Kaikanten, wie die Hafen-Geschäftsführung am Freitag berichtete. Bemerkenswert sei, dass auch im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 mit einem Plus von 11,7 Prozent beträchtlich zugelegt wurde. Die europaweiten Transportketten funktionierten auch in Pandemiezeiten, im Gegensatz zu den globalen, sagte Geschäftsführer Gernot Tesch.

«Unser Geschäftsmodell ist extrem robust», sagte Tesch. Das Wachstum habe sich auf allen vier für den Hafen relevanten Hauptgütersegmenten abgespielt. Dabei handele es sich um Fähr- und RoRo-Güter mit einem Plus von 18 Prozent, Schüttgüter (plus 2 Prozent), Flüssiggüter (plus 27 Prozent und Stückgüter (12 Prozent). «Der Rostocker Hafen hat den Corona-Stresstest mit Bravour bestanden.» In dem Universalhafen arbeiten den Angaben zufolge rund 6000 Menschen, etwa 20.000 Arbeitsplätze sind vom Hafen abhängig.

Erfreuliche Wachstumsraten habe es zudem beim kombinierten Verkehr und Containerverkehr gegeben, der zwischen China und Europa per Bahn und zwischen Kaliningrad und Rostock per Schiff erfolgt, sagte Geschäftsführer Jens Scharner. Der entscheidende Vorteil dieser Routen liege in der Nutzung bereits bestehender land- und seeseitiger Verkehrsverbindungen ab Rostock. Das engmaschige Intermodal-Netzwerk mit mehr als 40 wöchentlichen Zugverbindungen sowie den dicht getakteten Fähr- und RoRo-Verbindungen nach Dänemark, Schweden und Finnland mache den Seehafen zu einem idealen Verkehrsknoten zum Sammeln und Verteilen der Container nach Nord- und Kontinentaleuropa.

Mit 1,7 Millionen Passagieren auf den Fährlinien von und nach Nordeuropa wurde ein Plus von 330.000 Passagieren im Vergleich zum Vorjahr registriert, 2019 waren es 2,5 Millionen Fährpassagiere. Auch die Kreuzschifffahrt habe mit 47 Anläufen und rund 100.000 Passagieren wieder Fahrt aufnehmen können, es gebe eine gewisse Erholung, sagte Scharner. Im Jahr 2019 waren es noch rund 634.000 Passagiere.

Von zentraler Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit des Hafens sei die Entwicklung neuer Geschäftsfelder und der Infrastruktur. «Die erfolgreiche Transformation von fossilen Energieträgern wie Kohle zu nichtfossilen Energieträgern wie Wasserstoff betrifft viele Teile des Hafens. Ein konsequenter Einstieg in den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern kann die fossilen Energieträger ablösen», sagte Scharner. Mit der Initiierung des Projektes HyTechHafen wolle der Hafen Impulsgeber für eine klimaschonende und nachhaltige Hafenwirtschaft sein.

Für die geplant Seekanalvertiefung stünden die Zeichen auf grün. «Die vorbereitenden Maßnahmen laufen», sagte Scharner. Er zeigte sich zuversichtlich, dass in spätestens drei Jahren der rund 16 Kilometer lange Seekanal, der die Ostsee mit dem Seehafen verbindet, von derzeit 14,50 auf 16,50 Meter vertieft ist. Entsprechend müsste der Hafen mit seinen Liegeplätzen vorbereitet werden. Im November 2020 hatte der Bundestag die Mittel für die Vertiefung zur Verfügung gestellt. Früheren Angaben zufolge wird mit Kosten von rund 128 Millionen Euro gerechnet.

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