Studie bescheinigt MV Transparenz bei Pflegeheim-Qualität

13.01.2022 Mecklenburg-Vorpommern gehört nach Erhebungen der Bertelsmann Stiftung zu den vier Bundesländern, die transparent über die Qualität von Pflegeheimen informieren. Wichtige Angaben wie etwa zum Personaleinsatz seien zwar überall vorhanden, blieben aber in den meisten Bundesländern unter Verschluss, kritisierte die Bertelsmann Stiftung am Donnerstag bei der Vorlage der «Weissen Liste». Vielen Menschen, die auf der Suche nach einem Pflegeheim seien, würden damit Informationen zu wesentlichen Auswahlkriterien vorenthalten. Die Daten stammen aus Prüfungen der landesrechtlich zuständigen Aufsichtsbehörden.

Ein Senior hält sich am Griff eines Bettes fest. Foto: Jana Bauch/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) verwies auf die Bedeutung leicht zugänglicher Prüfergebnisse. «Informationen, etwa über die pflegerischen Leistungen in den Einrichtungen und zur Fachkraft-Quote sind enorm wichtig für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen. Denn sie treffen bei der Wahl eines Pflegeheimes eine das Leben bestimmende Entscheidung», erklärte Drese.

Es sei daher Anspruch ihres Ministeriums, unkompliziert Zugang zu Qualitätsinformationen zu gewähren. «Da viele Menschen über Ländergrenzen hinweg Plätze in Einrichtungen suchen, wäre es gut, wenn in allen Bundesländern transparent Qualitätsinformationen zur Verfügung gestellt werden», betonte sie. Laut Bertelsmann Stiftung gewährleisten dies neben Mecklenburg-Vorpommern nur noch Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen unabhängig von einem Besuch in einer Einrichtung.

Für Aufsehen hatten Ende letzten Jahres Medienberichte über die Zustände in einem Schweriner Pflegeheim gesorgt. Demnach waren dort deutlich mehr Bewohner aufgenommen worden, als es das Personal erlaubt hätte. Eine ausreichende Betreuung sei nicht mehr gesichert gewesen, hieß es. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Bundesweit leiden Seniorenheime unter Personalmangel. Wegen schlechter Bezahlung, hoher Belastung und zu wenig Zeit für alte Menschen erwägen immer mehr Pflegekräfte, den Beruf aufgeben. In einer Studie des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe und des Altenpflege-Fachverlag Vincentz gaben 40 Prozent der Befragten an, einen Berufswechsel in Erwägung zu ziehen. Für die Studie waren im August und September 2021 insgesamt 686 Beschäftigte in der stationären Pflege befragt worden. Nach Angaben des Fachverlags errechneten Experten, dass in Deutschland rund 500.000 Pflegekräfte bis 2030 fehlen werden.

© dpa-infocom GmbH

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