Schwesig ruft nach Bund-Länder-Gesprächen zum Impfen auf

24.01.2022 Nach der digitalen Ministerpräsidentenkonferenz bekräftigt die Landeschefin die bisherigen Corona-Maßnahmen. Schwesig ruft vor allem ältere Ungeimpfte auf, sich vor der Omikron-Welle zu schützen. Die Kulturbranche darf auf Erleichterungen hoffen.

Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat nach den Bund-Länder-Beratungen mit einem Zweiklang reagiert aus fortgesetzten Corona-Regeln und dem Aufruf zum Impfen an die Bürger. Auch im Nordosten gebe es noch 67.000 Menschen über 60, die sich noch nicht haben impfen lassen, diese Gruppe sei am stärksten gefährdet, sagte die SPD-Regierungschefin von Mecklenburg-Vorpommern am Montag in Schwerin im Anschluss an die digitale Ministerpräsidentenkonferenz. Zwar treten ihren Worten zufolge aktuell die meisten Infektionen bei Jüngeren auf. Jedoch wandere das Virus - unter anderem in Familien - zu den älteren Menschen weiter.

Daneben bekräftigte Schwesig die Beschlüsse der Bund-Länder-Runde: «Wir werden weiter die Kontaktbeschränkungen fortführen, auch die 2G- und 2G-plus-Regelung.» Zudem bleiben Clubs und Diskotheken weiter geschlossen. Nach den Worten der SPD-Politikerin werde die Landes-Corona-Ampel in der Art geändert, dass diese Regelungen auch unabhängig von der Veränderung bei den Krankenhauseinweisungen bestehen bleiben.

In den letzten Wochen waren die Zahlen der Neuinfektionen im Land auf immer neue Höchststände gestiegen, die Zahl der Krankenhauseinweisung hatte sich jedoch entspannt. Da das Hauptkriterium der Landes-Corona-Ampel die Zahl der Hospitalisierungen pro 100.000 Einwohner in einer Woche ist, hatte dies zu Lockerungen trotz steigender Infektionszahlen geführt.

Die Ministerpräsidentin verteidigte am Montag auch den Umgang mit Schulen und Kitas in der Pandemie. Obwohl die gemeldeten Neuinfektionen unter Minderjährigen pro 100.000 Personen in der letzten Woche auf rund 2000 gestiegen waren, sieht Schwesig noch keine Durchseuchung der Kinder und Jugendlichen. Es sei der Landesregierung wichtig, die Schulen offen zu halten, unter anderem mit Schutzmaßnahmen und einer Teststrategie. Zudem rief Schwesig die Eltern auf, auch ihre Kinder impfen zu lassen.

Doch nicht alle Regelungen sollen in der üblichen Weise fortgeschrieben werden. Für die durch das häufige Öffnen und Schließen belastete Kulturbranche im Land kündigte Schwesig dauerhafte Erleichterungen an. Die rot-rote Koalition habe entschieden, «dass wir morgen im Kabinett auch der Kultur wieder mehr ermöglichen wollen», sagte die Ministerpräsidentin. Die Betriebe sollen demnach unabhängig von den Warnstufen der Landes-Corona-Ampel geöffnet bleiben dürfen, jedoch mit Schutzmaßnahmen wie der 2G-plus-Regel, nach der auch Geimpfte und Genesene nur mit einem tagesaktuellen negativen Corona-Test Zugang bekommen.

Laut Schwesig soll über die Lockerungen am Dienstag im Kabinett beraten werden. Die Kultusministerin Bettina Martin (SPD) werde dazu einen Vorschlag vorstellen. «Wir wollen jetzt für mehr Verlässlichkeit sorgen», so die Ministerpräsidentin. Sie zeigte Verständnis für die schwierige Lage der Kulturbranche.

Ebenfalls Teil der Beratungen im Kabinett soll die Priorisierung von PCR-Tests sein. Im vergangenen Jahr habe die Höchstkapazität der Labore im Nordosten bei 7000 Abstrichen pro Tag gelegen, dies konnte laut der Ministerpräsidentin bisher auf 11.000 erhöht werden. Und sie hoffe, sagte sie, dass dies noch bis 13.000 steigen könne. «Aber auch das ist endlich», so Schwesig. Aus diesem Grund sei entschieden worden, die Quarantäne-Regel für Beschäftigte im Gesundheitsbereich den allgemeinen Regeln anzupassen. Bisher müssen Personen, die beispielsweise als Pflegekraft arbeiten und sich in Quarantäne befinden, zur Verkürzung der Isolationsdauer zwingend einen negativen PCR-Test vorweisen, ein Antigentest reicht für sie nicht aus.

Für den Corona-Impfstoff des Herstellers Novavax, der proteinbasiert ist und demnächst zur Verfügung stehen soll, kündigte Schwesig an, ihn vorrangig Beschäftigten im Gesundheitssektor anbieten zu wollen.

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