Schweinepest-Fall: Beräumung von Anlage abgeschlossen

19.11.2021 Wegen der Afrikanischen Schweinepest wurden bei Güstrow tausende Schweine getötet und entsorgt. Nun gibt es vom Kreis auch Auflagen für Jäger im nahen Umfeld: Wildschweine sollen mehr geschossen, aber nicht aufgescheucht werden.

Ein Schwein wird in einer Spezialvorrichtung mit Strom betäubt, um anschließend getötet zu werden. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ist der betroffene Mastbetrieb in Lalendorf bei Güstrow leergeräumt worden. «Die Tötung und der Abtransport der etwa 4000 Schweine sind abgeschlossen», sagte der Geschäftsführer der Gesellschaft für Seuchenvorsorge GmbH (Gesevo), Thomas große Beilage, am Freitagabend der Deutschen Presse-Agentur. Die Aktion hatte am Mittwoch unter strengen Sicherheitsvorkehrungen begonnen.

«Wir sind uns sicher, die Seuche eingegrenzt zu haben», sagte der Tierarzt, der die Beräumungsaktion leitete. Wichtig bei solchen Aktionen sei, dass das Virus nicht außerhalb des Betriebsgeländes gelangt. Die Gesevo ist eine Einrichtung, die von den Tierseuchenkassen getragen und in Seuchenfällen eingesetzt wird. Die Ursache für den ersten Ausbruch der Tierseuche im Nordosten ist aber weiter unklar, wie eine Sprecherin des Agrarministeriums am Freitag sagte.

Unterdessen hat der Landkreis Rostock eine weitere Verfügung erlassen, die den Umgang mit Wildschweinen aus dem Sperrgebiet um die Anlage regelt. So sollen Wildschweine ab sofort stärker bejagt werden, aber nur mittels Ansitz- oder Fallenjagd. «Wir wollen vermeiden, dass eventuell kranke Tiere aufgescheucht werden und durch längere Flucht das Virus wegschleppen und verbreiten», sagte ein Sprecher des Kreisjagdverbandes. Also seien Drück- und Treibjagden verboten.

Außerdem dürfe geschossenes Schwarzwild in dem Gebiet mit zehn Kilometern Radius nicht verwertet werden. Diese Kadaver müssten ebenfalls über einen Tierkörperbeseitigungsbetrieb entsorgt werden, wie die Mastschweine aus der Anlage. Am Montagabend hatte das Friedrich-Loeffler-Institut Riems als Referenzlabor des Bundes bestätigt, dass in dem Mastbetrieb in einem kleinen Ortsteil von Lalendorf die Afrikanische Schweinepest ausgebrochen war. Bisher ist immer noch unklar, wie das ASP-Virus in den modernen und gesicherten Betrieb gelangt ist.

Fachleute haben Substanzen, Futter und Tierproben sichergestellt und werten seither auch Unterlagen über Transporte und Anwesende in der Anlage aus. An diesem Montag will Landesagrarminister Till Backhaus (SPD) erste Ergebnisse vorstellen.

Im Gegensatz zu Brandenburg und Sachsen, wo es nach Seuchenfällen bei Wildschweinen auch Fälle in Nutztierhaltungen gab, sind in Mecklenburg-Vorpommern keine ASP-Fälle bei Wildschweinen bekannt.

In dem Betrieb in Lalendorf wurden die Tiere aus den Ställen geholt, in einem Behälter betäubt und dann getötet. Danach wurden die Kadaver in verschlossene Container verladen, mit denen sie per Lkw in eine Tierkörperbeseitigungsanlage gebracht wurden.

Wenn die Beräumung abgeschlossen ist, müssen die Gesevo-Mitarbeiter alle Fahrzeuge und Gerätschaften penibel reinigen und desinfizieren, damit kein Erreger nach draußen gelangt. Das soll am Wochenende geschehen. Dann legt das Veterinäramt fest, was weiter in dem Betrieb geschieht.

© dpa-infocom GmbH

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