Prozess gegen Kokain-Bande: Landgericht will Europol anhören

07.01.2022 Der Neubrandenburger Prozess um bandenmäßigen Drogenhandel im Zusammenhang mit den sogenannten Encrochat-Daten zieht immer größere Kreise. Wie Richter Henning Kolf am Freitag am Landgericht Neubrandenburg sagte, soll nun auch die europäische Ermittlungsbehörde Europol in die Verhandlung einbezogen werden. Zuvor hatte die Kammer einen IT-Fachmann des Bundeskriminalamtes - kurz BKA - angehört. Dieser hatte erklärt, dass das BKA Anfang 2020 große Mengen an Daten dazu von Europol bekommen hatte und Teile davon bis heute nicht entschlüsselt werden konnten.

Ein Zollbeamter hält gepresstes und hoch konzentriertes Kokain in der Hand. Foto: Christian Charisius/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das Gericht verspricht sich von Europol Aufklärung dazu, inwieweit die bei der Entschlüsselung des Messengerdienstes Encrochat gewonnenen Daten Grundlage für eine Verurteilung sein können.

Die Staatsanwaltschaft wirft den vier in Neubrandenburg angeklagten Männern im Alter von 39 bis 59 Jahren bandenmäßigen Rauschgifthandel und Verstoß gegen das Waffengesetz vor. Die Männer von der Mecklenburgischen Seenplatte und aus Schwerin sollen 2020 als Kokain-Bande größere Mengen Drogen in präparierten Autos aus den Niederlanden geholt und damit gehandelt haben.

Die Angeklagten schweigen vor Gericht dazu bisher. Ihre Anwälte bezweifeln - wie in etlichen anderen «Encrochat»-Verfahren bundesweit -, dass die Daten von Europol wirklich zu ihren Mandanten und deren Smartphones gehören. Drei der vier Männer im Neubrandenburger Prozess waren nach 13 Monaten Untersuchungshaft Anfang 2022 freigekommen - gegen Kautionen von bis zu 100.000 Euro und strenge Meldeauflagen.

Der Fall steht im Zusammenhang mit einer Datenabfangaktion der Ermittler in Europa. Die Kryptierungssoftware Encrochat galt lange als abhörsicher. Der Dienst wurde viel von Kriminellen genutzt. Der Polizei gelang es dennoch, Millionen geheimer Nachrichten abzuschöpfen, wie die europäische Justizbehörde Eurojust 2020 mitgeteilt hatte.

© dpa-infocom GmbH

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