MV: Kontaktbeschränkungen schon vor Weihnachten

22.12.2021 Die Intensivbetten für Corona-Patienten sind fast vollständig belegt und das Infektionsgeschehen in Mecklenburg-Vorpommern liegt über dem Bundesdurchschnitt. Die Landesregierung wappnet sich mit einer neuen Corona-Verordnung auch gegen die Omikron-Variante.

Ein Schild an einer Bar weist auf die 2G-Regel hin. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Mecklenburg-Vorpommern gelten die verschärften Kontaktbeschränkungen für Genesene und Geimpfte schon von Freitag an und damit deutlich früher als in den meisten anderen Bundesländern. Für private Zusammenkünfte sind somit von Heiligabend an nur noch maximal zehn Personen erlaubt. Das Kabinett von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) änderte dafür auf einer Sondersitzung am Mittwoch in Schwerin die Corona-Verordnung des Landes.

«Die neue Omikron-Variante macht keine Weihnachtspause», begründete Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) das Vorziehen der bundesweit spätestens ab 28. Dezember verbindlichen Regelung. Die Landesregierung warte nicht auf die prognostizierte schlagartige Erhöhung der Fallzahlen durch die neue Virus-Variante und handle rasch. Drese warb um Verständnis und die Einhaltung der Vorgaben. Wie hoch der Anteil der neuen Virusvariante an den Neuinfektionen bereits ist, wurde nicht mitgeteilt.

Bund und Länder hatten sich bei ihren Beratungen am Dienstag mit Blick auf die hochansteckende Omikron-Variante darauf verständigt, auch für Geimpfte und Genesene die Kontaktbeschränkungen zu verschärfen und eine Frist bis nächsten Dienstag gesetzt. Haushalte mit Ungeimpften dürfen sich mit höchstens zwei weiteren Personen eines weiteren Haushalts treffen. Kinder bis 14 Jahre sind jeweils ausgenommen.

Schwesig hatte gleich nach den Beratungen angekündigt, dass Mecklenburg-Vorpommern die Zügel sehr rasch anziehen wird. Als Begründung führte sie die Infektionslage, die hohe Auslastung der Intensivbetten im Nordosten und die im Ländervergleich geringe Impfquote an.

Die Sieben-Tage-Inzidenz war in Mecklenburg-Vorpommern am Mittwoch wieder leicht gestiegen - auf 394. Sie lag damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt, der 289 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche betrug. Zweimal geimpft sind im Nordosten 68,9 Prozent der Bevölkerung, bundesweit sind es 70,5 Prozent. Auch beim Boostern liegt Mecklenburg-Vorpommern mit 30,7 Prozent zurück.

Vorsorglich justierte die Landesregierung auch die Corona-Ampel neu. Kinos, Theater, Museen, die Innenbereiche von Zoos, Schwimmbäder oder andere Freizeiteinrichtungen müssen schließen, wenn die Ampel drei Tage in Folge Rot zeigt; bislang galten sieben Tage. Laut Drese greift die Neuregelung mit einer Übergangsfrist. Somit müssten die genannten Bereiche von Montag (27.12.) an landesweit geschlossen bleiben. Im Osten und in der Mitte des Landes gelten diese Einschränkungen wegen des dort hohen Infektionsgeschehens schon seit längerem. Sportveranstaltungen finden nur noch ohne Zuschauer statt.

«Die Situation ist sehr ernst. Die Intensivstationen in unseren Krankenhäusern sind bereits jetzt voll belegt», sagte Drese. Zudem bestehe Grund zu der Sorge, dass mit einer großen Zahl von Omikron-Infektionen auch viele Menschen in Quarantäne müssen und es so zu Personalengpässen in wichtigen Bereichen wie Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Feuerwehren oder der Energieversorgung komme.

«Das können wir durch konsequentes Handeln noch verhindern. Bitte seien Sie deshalb verantwortungsvoll und schützen sie sich und ihre Angehörigen», mahnte die Ministerin. Sie riet zu Tests vor Familientreffen und warb erneut darum, die Impfangebote zu nutzen, die es auch zwischen Weihnachten und Silvester gebe.

Kritik an den Maßnahmen kam erneut von der AfD im Schweriner Landtag. «Ich glaube nicht, dass die jetzt verhangenen Maßnahmen verhältnismäßig und sinnhaft sind», sagte Fraktionschef Nikolaus Kramer. Der Landesregierung falle nichts anderes ein, als Betriebe zu schließen und den Menschen ausgerechnet an Weihnachten mit Kontaktbeschränkungen ins Privatleben hineinzuregieren.

© dpa-infocom GmbH

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