Ministerin: 115.000 Kinder nutzen beitragsfreie Betreuung

07.01.2022 Vor zwei Jahren stellte Mecklenburg-Vorpommern Eltern von den Kosten der Kinderbetreuung frei - nach Ansicht der Regierung eine beispielhafte Entlastung. Doch sind damit nicht alle Probleme gelöst.

Ein Kind siehts ich in einer Kita ein Bilderbuch an. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) hat ein positives Zwischenfazit zu der von der Vorgängerregierung Anfang 2020 eingeführten beitragsfreien Kita gezogen. «Die Beitragsfreiheit bedeutet eine große Entlastung der Familien. Wir sind damit nach wie vor Vorreiter in Deutschland», sagte Oldenburg am Freitag in Schwerin. In keinem anderen Bundesland gelte die Beitragsfreiheit für Krippe, Kindergarten, Betreuung bei Tagesmüttern und Hort gleichermaßen.

Nach ihren Angaben nutzten 2021 in Mecklenburg-Vorpommern die Eltern von 115.045 Mädchen und Jungen die Angebote. Das Land investiere jährlich über 350 Millionen Euro in die Kindertagesförderung und schaffe damit gleichberechtigte Teilhabe aller Kinder, unabhängig vom Verdienst der Eltern.

Die Beitragsfreiheit war ein Wahlversprechen der SPD, das sie noch mit ihrem früheren Koalitionspartner CDU umgesetzt hatte. Allerdings beklagen die Kommunen als einer der wichtigsten Kita-Träger, dass mit dem neuen Kitagesetz einhergehende Mehrkosten auch von ihnen getragen werden müssen - unter anderem verursacht durch höhere Löhne. Die seit November regierende rot-rote Regierung hat aber bereits zugesagt, den Kommunen dabei unter die Arme greifen zu wollen.

In der Kritik steht zudem der im Ländervergleich ungünstige Betreuungsschlüssel in Mecklenburg-Vorpommern. Erhebungen zufolge müssen Fachkräfte im Nordosten je Gruppe mehr Kinder betreuen als in anderen Ländern. Die Fachkraft-Kind-Relation sei aber entscheidend für die Qualität der Betreuung und frühkindlichen Bildung.

«Wir brauchen dringend eine bessere Ausstattung im pädagogischen Bereich», forderte daher Friedrich Wilhelm Bluschke, Verbandsvorsitzender des Paritätische Wohlfahrtsverbandes, dessen Mitglieder ebenfalls Kitas betreiben. Die Anforderungen und Aufgaben an Erzieherinnen und Erzieher würden immer größer. Hinzu kämen zusätzliche Belastungen durch die Corona-Pandemie. Der Frust bei vielen Erzieherinnen und Erziehern sowie Kita-Fachberaterinnen im Land sitze tief.

Oldenburg kündigte Verbesserungen an: «Wir wollen mehr Menschen für den Beruf in der Kindertagesförderung begeistern. Dazu wird die Zahl der Plätze für die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern erhöht und die Ausbildung an zusätzlichen Standorten angeboten werden.»

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