Kinos in MV fordern Umbau des Hilfsprogramms für Filmtheater

06.12.2021 2G plus hält gerade viele vom Kinobesuch ab. Das stürzt die Filmtheater-Branche im Land erneut in die Krise. Das aktuelle Landesprogramm «Cinema-Contra-Corona» laufe ins Leere, heißt es. Eine Umwidmung sei erforderlich.

Blick auf die leeren Sitzreihen in einem Kinosaal. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Angesichts eingebrochener Besucherzahlen infolge der 2G-plus-Regel im Kultur- und Freizeitbereich fordert die Kinobranche vom Land den Umbau des im Sommer aufgelegten «Cinema-Contra-Corona-Programms». «Das Hilfsprogramm basierend auf verkauften Eintrittskarten ergibt in der aktuellen Situation keinen Sinn, dafür Soforthilfen für die Kinos», sagte der Geschäftsführer der gemeinnützigen Filmland Mecklenburg-Vorpommern GmbH, Volker Kufahl, der Deutschen Presse-Agentur. Kritik kam auch aus anderen Bereichen der Kultur.

In Kultur- und Freizeitstätten in MV gilt seit vergangener Woche in Innenräumen die 2G-plus-Regel. Das heißt, nur Geimpfte und Genesene mit einem zusätzlichen Negativtest haben Zutritt. In Theatern und Kinos gingen daraufhin die Besucherzahlen zurück. Viele Kinos spielten nur noch tageweise, berichtete Kufahl. Die Testinfrastruktur sei mangelhaft, wodurch sich potenzielle Kinogänger nicht «freitesten» könnten - selbst wenn sie wollten.

Das im Juni vom Land aufgelegte «Cinema-Contra-Corona-Programm» sieht vor, dass für jede verkaufte Karte in gewerblichen Kinos die Kosten für jeweils eine weitere Karte erstattet werden, in nicht-gewerblichen Kinos für jeweils zwei weitere Karten. Für das Abspielen von Filmen, die durch die Filmförderung MV gefördert wurden, werden jeweils drei weitere Karten erstattet. Der Zuschuss ist pro Spielstätte auf 10.000 Euro begrenzt.

Das von Bettina Martin (SPD) geführte Kulturministerium verwies auf eine Vielzahl von Hilfen für den Kulturbereich. So sei die Laufzeit des 20 Millionen Euro umfassenden MV-Kulturschutzfonds bis zum
30. Juni 2022 verlängert worden. Der Fonds unterstütze Kultureinrichtungen, Künstlerinnen und Künstler, Kreative und Gedenkstätten, die unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu leiden haben, teilte das Ministerium mit.

«Eine wichtige Säule des Schutzfonds für die Kultur in MV ist auch die Unterstützung der Kulturträger, die die Corona-Bundesprogramme nutzen. Hier werden oft Kofinanzierungen benötigt, die viele Träger nicht aufbringen können.» In diesen Fällen übernehme das Land den notwendigen Anteil. Für Kinos werde zudem ein Landesinvestitionsprogramm aufgelegt, das ihnen notwendige Investitionen und Maßnahmen zum Neustart erstatte.

Bei den erforderlichen Tests bei 2G plus eröffnet die Corona-Landesverordnung Martin zufolge auch die Möglichkeit beaufsichtigter Selbsttests beim Eintritt. Das Mecklenburgische Staatstheater in Schwerin öffnete am Montag in Zusammenarbeit mit den Johannitern eine eigene Teststation für Besucher.

Die Geschäftsführung des Kulturquartiers in Neustrelitz wandte sich mit einem offenen Brief an die Landesregierung und forderte ein Ende der restriktiven Besucherregelungen für den außerschulischen Bildungs- und Kulturbereich. So könnten Supermärkte weiterhin ohne Beschränkung besucht werden. «Statt jedoch hier, wo sich gleichzeitig viele Menschen aufhalten, die Schutzmaßnahmen zu verbessern, werden die Stellschrauben, wie Schließungen oder 2G-plus-Regelungen, bei Einrichtungen angesetzt, in denen sich naturgemäß wesentlich weniger Menschen gleichzeitig aufhalten, als in jedem Drogeriemarkt», heißt es in den Schreiben.

In Museen oder Ausstellungen seien Maßnahmen zur Minimierung des Infektionsgeschehens sehr gut umsetz- und kontrollierbar, betonen die Verfasser. Unter den bisherigen 3G- oder 2G-Bedingungen hätten die Besucher die erforderlichen Schutzmaßnahmen vorbildlich mitgetragen.

© dpa-infocom GmbH

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