Gedenkveranstaltung in Schwerin zu 60 Jahre Mauerbau

13.08.2021 Die Mauer trennte Berlin, Stacheldraht und Gitter trennten Ost- und Westdeutschland. Die Grenzsperren sind inzwischen länger weg, als dass sie standen. Mauern und Zäune seien niemals eine Lösung, betonte Landtagspräsidentin Hesse zum Jahrestag des Mauerbaus.

Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Stefan Sauer/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Landtage von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein haben am Freitag in Schwerin mit einer gemeinsamen Veranstaltung an den Beginn des Mauerbaus vor 60 Jahren erinnert und der Opfer des DDR-Grenzregimes gedacht. «Die Mauer war die steinerne Grundlage und Absicherung der SED-Herrschaft. Sie hinderte die Menschen fortan an der Flucht in die Freiheit und zwang sie zu einem Leben unter einem Regime, das demokratische Werte mit Füßen trat», erklärte Mecklenburg-Vorpommerns Landtagspräsidentin Birgit Hesse.

Familien seien auseinandergerissen worden, Freundschaften getrennt, und es habe ungezählte Todesopfer entlang der Grenze gegeben. Wichtigste Botschaft des Jahrestages sei aber, dass Mauern und Zäune niemals eine Lösung seien und den Freiheitsdrang der Menschen nicht aufhalten könnten.

Sie habe persönlich weder die Teilung noch die Wiedervereinigung Deutschlands miterlebt, sagte die Vizepräsidentin des Kieler Landtags, Aminata Touré. Für Menschen wie sie, die nach 1990 geboren wurden, sei das vereinte Deutschland in einem offenen und demokratischen Europa eine Selbstverständlichkeit. Frühere Generationen hätten aber eigene Erfahrungen gemacht. «In den vergangenen Jahren haben wir uns als Westdeutsche gerne in den Fokus gestellt. Es ist längst an der Zeit, uns bewusst zu machen, dass wir andere Sichtweisen übersehen haben, einen Perspektivwechsel vorzunehmen und danach zu handeln», betonte Touré.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) nahm den 60. Jahrestag des Mauerbaus ebenfalls zum Anlass, um an die Opfer zu erinnert. «Jede und jeder Tote an der Mauer war einer zu viel. Kein Staat hat das Recht, seine Bürgerinnen und Bürger einzusperren und auf Menschen zu schießen, die diesen Staat verlassen wollen», erklärte sie. Es sei das große Verdienst der Ostdeutschen, dass sie im Herbst 1989 mit ihren friedlichen Protesten die Mauer zu Fall gebracht und so die Voraussetzung für die deutsche Einheit geschaffen hätten. Inzwischen sei die Mauer schon länger Geschichte, als sie jemals gestanden habe. «Freuen wir uns darüber, dass wir nun schon eine Generation in einem vereinten Deutschland leben und dass unsere Kinder Mauer, Stacheldraht und Schießbefehl nur aus dem Geschichtsunterricht kennen», erklärte Schwesig.

Am 13. August 1961 waren in Berlin Ausreisesperren errichtet und damit die Teilung Deutschlands zementiert worden. In Berlin starben nach wissenschaftlichen Erkenntnissen mindestens 140 Menschen durch das DDR-Grenzregime, mehr als 100 bei Fluchtversuchen über die Ostsee oder an der 1400 Kilometer langen innerdeutschen Grenze.

Landesweit wurde mit weiteren Veranstaltungen an den Mauerbau und seine Folgen erinnert. Innenminister Torsten Renz (CDU) hatte zum Gedenken an die Opfer angeordnet, dass an Dienstgebäuden von Landesbehörden und Gemeinden die Beflaggung auf halbmast gesetzt wird.

© dpa-infocom GmbH

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