Gastronomie durch 2G plus in Not: «Wirkt wie ein Lockdown»

30.11.2021 Der abendliche Gang durch die Innenstädte zeigt deutlich, dass viele Menschen derzeit lieber zuhause bleiben. Für viele ist der Besuch eines Restaurants wegen der notwendigen Tests nur schwer umsetzbar.

Die Zapfhähne für Bier in einem Restaurant sind nicht im Betrieb. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Gastronomie durchläuft nach Ansicht des Dehoga-Verbands derzeit eine dramatische Lage. Die Situation könne in zwei Teile gegliedert werden: In die Gaststätten, in deren näherer Umgebung eine funktionierende Testinfrastruktur vorhanden ist, sagte des Präsident des Dehoga MV, Lars Schwarz, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Diese hätten die Möglichkeit, sich bei großen Umsatzverlusten über Wasser zu halten. Auf der anderen Seite stehen die, deren potenziellen Gäste keine Chance haben, sich vor dem Besuch testen zu lassen. Dort sei die Gastronomie weitgehend verwaist.

«Für uns wirkt die Einführung der 2G-plus-Regelung ohne vorherigen Aufbau der Testinfrastruktur wie ein Lockdown.» Viele Betriebe hätten deshalb bereits auf Abholung oder Lieferung umgestellt. Klar sei aber, dass die Umsätze durch die Absage beispielsweise von Weihnachtsfeiern nicht wieder hereinzuholen sind. Das Gleiche gelte für Bars und Clubs, bei denen die kalte Jahreszeit Hochsaison ist. Gilt die 2G-Plus-Regel, haben Ungeimpfte keinen Zugang. Geimpfte und Genese müssen zusätzlich einen Negativtest vorlegen.

Für die Unternehmer spiele es keine Rolle, ob der Lockdown offiziell verkündet ist oder nicht, sagte Schwarz. Derzeit greife noch die «Überbrückungshilfe 3+», dies sei seit dem Sommer das bestehende Instrument. Ein Unternehmer müsse mindestens 30 Prozent coronabedingten Umsatzrückgang nachweisen, um seine Fixkosten erstattet zu bekommen. Es gehe dabei nicht um den Ausgleich von Umsatz oder Gewinn, sagte Schwarz.

Allerdings habe die Landesregierung bereits angekündigt, dass es eine Entschädigung in dem großen Umfang wie im vergangenen November nicht geben werde. Parallel gebe es die Möglichkeit, Kurzarbeitergeld zu beantragen. «Weitere Wirtschaftshilfen sind dringend nötig, sonst werden viele Betriebe diesen Winter nicht überleben», betonte der Dehoga-Präsident.

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) verwies auf bestehende Hilfsprogramme des Bundes. «Die Unternehmen stehen nicht ohne Unterstützung da», erklärte er in Schwerin. Darüber hinaus habe Mecklenburg-Vorpommern einen Härtefallfonds aufgelegt. «Wir prüfen für die heimische Wirtschaft, ob zu den bereits bestehenden Unterstützungsmöglichkeiten weitere Förderungen des Landes in Ergänzung zu den Bundesprogrammen notwendig sind. Mit der Wirtschaft sind wir im Gespräch.»

Ein Sprecher des Sozialministeriums in Schwerin erklärte, man bemühe sich um die Ausweitung der Testkapazitäten in Mecklenburg-Vorpommern. Es herrsche jedoch ein Mangel an Tests auf dem Markt. Alle Helfer, die schon einmal in einem Testzentrum gearbeitet haben, würden angeschrieben und um erneute Mithilfe gebeten. Aktuell gebe es 305 Teststellen in MV. In Spitzenzeiten seien es mehr als 400 gewesen. Mit dem Tourismusverband liefen Gespräche, um Testangebote etwa an Tourist-Informationen oder Gästehäusern zu installieren. Gastronomen sei es zudem möglich, sogenannte begleitetete Selbsttests für ihre Gäste vor Ort anzubieten.

© dpa-infocom GmbH

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